„FDPisser“ und sexistische Kommentare
Südwest-SPD schmeißt Amtschef Rousta raus

Bei der grün-roten Regierung in Baden-Württemberg steht der erste Rauswurf an. Daniel Rousta, Amtschef im Wirtschaftsministerium, muss nach Informationen aus SPD-Kreisen wegen unflätiger Kommentare seinen Hut nehmen.  
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StuttgartDer Ministerialdirektor hatte auf seiner Facebook-Seite die Liberalen als „FDPisser“ bezeichnet. „Er ist nächste Woche nicht mehr im Amt“, sagte ein führender Sozialdemokrat am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Rousta ist derzeit noch mit einer großen Wirtschaftsdelegation in Russland, wo er seinen Chef, Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD), vertritt.

Schmid rüffelte das Verhalten des Spitzenbeamten als „unangemessen“ und bestellte ihn für Samstag zum Rapport. Der Rauswurf stehe aber bereits fest, hieß es aus einer weiteren Quelle. Der 38-Jährige sei schon früher wegen flapsiger Sprüche auf seiner Facebook-Seite gerügt worden. Schmid müsse aufpassen, dass die Affäre nicht auf ihn abfärbe, sagte ein Genosse. Die oppositionelle CDU war noch am Donnerstag im Stuttgarter Landtag mit einem Antrag auf Entlassung des Beamten gescheitert.

CDU-Fraktionschef Peter Hauk monierte, unter anderem habe Rousta das Bild einer Frau im kurzen, geschlitzten Kleid und hochhackigen Schuhen in gebückter Haltung veröffentlicht, die in einen Hubschrauber kletterte. Das Bild habe folgenden Text gehabt: „Es war nicht alles schlecht.“ Darin sah die CDU verdeckten Sexismus.

Auf seiner Facebook-Seite hatte sich Rousta am Mittwoch für die Beleidigung der Liberalen („FDPissern“) im Zuge der gescheiterten Rettung für die insolvente Drogeriekette Schlecker entschuldigt. „Das war blöd und hat den Vorsitzenden der FDP-Landtagsfraktion in Ba-Wü und mit ihm sicherlich auch viele FDP-Mitglieder verletzt. Dafür entschuldige ich mich in aller Form und habe das Posting gelöscht.“ Weiter schrieb er: „In dem einen Fall ist mir einfach der Gaul durchgegangen - Sorry, Herr Rülke, Sorry Liberale dieser Welt.“

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ganz genau, wer andere Parteimitglieder im Auftrag der Politbonzen mobbt dem wird höchstens im Hinterzimmer der Kopf gestreichelt.

    So ein System ist krank.

    Genauso krank war der Versuch letzte Woche "Abweichler" im Bundestag mundtot zu machen, das aber dank des kometenhaften Aufstiegs der Piraten erst einmal zurückgezogen wurde.

    In ein paar Jahren sind wir die stärkste politische Kraft in Deutschland denn wir werden die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger des Landes erfassen und effizient umsetzen. Full Stop.

    Lobbyisten gehen leer aus.

  • Ach übrigens, als Pofalla zu Bosbach sagte "ich kann Deine Fresse nicht mehr sehen" wurde er nicht rausgeschmissen

  • Darf man noch bei der SPD sagen eine Frau sei hübsch oder ist das dann schon Diskriminierung ?
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    so ein Satz kann bereits als sexuelle Amache gelten
    Hab ich im Büro selbst erlebt, dass sich eine junge Kollegin über einen ähnlichen Satz beim Chef beschwerte.
    Der Feminismus wird offenbar zur Kampfkeule
    Wir haben somit neben der Nazikeule nun auch noch die Feminismus-Keule

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