Fernsehduell: Punktsieg aus der Defensive für Mappus

Fernsehduell
Punktsieg aus der Defensive für Mappus

Stefan Mappus muss retten, was zu retten ist. Knapp eine Woche vor der wichtigen Wahl in Baden-Württemberg versucht er im wichtigsten Fernsehduell mit der SPD die Wogen zu glätten – und überrascht.
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Nein, in der Haut von Stefan Mappus möchte man derzeit nicht stecken. Es hätte kaum schlimmer kommen können für den CDU-Ministerpräsidenten. Stuttgart 21, Guttenberg-Ausfall, der EnBW-Deal und nun auch noch Strahlenangst in Deutschland. Mappus, einer der glühernsten Verfechter der Nuklearenergie, steckt in einem richtigen Schlamassel. Ausgerechnet Atom heißt jetzt das Wahlkampfthema in Baden-Württemberg. Das entscheidende Fernsehduell mit der SPD, der Höhepunkt vor der Wahl am 27. März, wird für den 44-jährigen Mappus zum politischen Überlebenskampf.

Mappus’ drohende Niederlage im Ländle wäre eine schmerzliche Zäsur für die CDU. 58 Jahre hat die Partei hier geherrscht, nie war ein Roter Ministerpräsident. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus zwischen den Lagern. Schwarz-Gelb, Rot-Grün oder gar Rot-Rot-Grün, alles ist möglich. Die Angst vor der atomaren Gefahr könnte das Zünglein an der Waage sein.

Aber auch die SPD hat ein Problem. Oder kennen Sie den Namen des sozialdemokratischen Spitzenkandidaten? Nils Schmid heißt er, ist promovierter Jurist. Nie gehört? Die politische Konkurrenz hatte den 37-Jährigen auch lange ignoriert. Zu sehr waren CDU und Grüne im Wahlkampf mit ihren gegenseitigen Attacken beschäftigt, spotteten gemeinsam über Schmids angebliche "Hü-Hott-Politik".

Und nun das Duell zwischen Merkels Sorgenkind und dem sozialdemokratischen Unbekannten. Es gibt noch viele Unentschlossene vor dieser Wahl. Für jeden Dritten ist nach einer Infratest-Dimap-Umfrage das Wortgefecht Mappus/Schmid am Mittwochabend wahlbeeinflussend. Es war noch nie so eng. Mappus - Sohn eines Schumachers, konservativ, Machtmensch - muss jetzt alles geben, darf keinen Fehler mehr machen. Vor allen nicht in der Atomfrage.

Er empfinde eine „besondere Verantwortung bei dem Thema“, sagt Mappus. Natürlich wehrt er sich gegen den Verdacht, die Abschaltung von Neckarwestheim I - das dreimonatige Atommoratorium überhaupt - geschehe aus wahltaktischen Gründen. Ja, räumt er ein, er habe sich stets für die Verlängerung der Laufzeiten eingesetzt, aber die Ereignisse in Japan stellten eben eine „ganz neue Entwicklung“ dar. Es folgt ein ernster Blick in Richtung Kamera. Mappus spricht flüssig, wirkt überraschend offensiv und souverän.

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  • ja, das glaube ich auch, daß diese Wahl eine Zitterpartie werden wird. Herr Mappus mußte wahrlich sehr viel einstecken und verarbeiten, wofür er selber nichts kann- - siehe oben ausgeführtes. In der Schulpolitik hat er sehr viele Punkte gut gemacht. In der Atompolitik ist er vernünftig genug, nach dem verheerendem Unglück in Japan- die bisherige Politik der Verlängerung total ernsthaft zu überprüfen- und daß der Reaktor bei uns im Ländle abgeschaltet wurde, das bringt ihm auch Punkte ein.

  • @ lobo04
    Mit dm EnBW-Deal letzter Woche hat H.Mappus das Ländle erst in diese nun aussichtslose Lage gebracht!!!!!!

  • Wenn bekannt wird, daß H.Mappus für Hunderte Millionen Euro Steuergelder Anteile an der EnBW gekauft hat - die nun fast wertlos sind - braucht der SPD-Kanditat keine bekannntheit mehr.
    Den Steuerzahler in BW kosten alleine die Kredite für diesen eigenmächtigen Deal des H.Mappus 190Mio. Euro pro Jahr.
    und das alles am Parlament des würtembergischen Kleinstaates vorbei!!!!!

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