Festhalten an radikaler Steuerreform
Kirchhof will für Steuerreform Unternehmen anzapfen

Paul Kirchhof, der Finanzexperte im CDU/CSU-Wahlkampfteam, will zur Finanzierung seines Konzepts einer Einheitssteuer von 25 Prozent auch die Unternehmen heranziehen. "Wir wollen die degressive durch eine lineare Abschreibung ersetzen", sagte Kirchhof in einem Interview mit dem Handelsblatt.

BERLIN. Dies kann dem Staat nach den Erfahrungen aus der jüngsten Unternehmensteuerreform von 2001 zusätzliche Einnahmen von bis zu sieben Milliarden Euro im ersten Jahr der Reform bringen. Heute können Firmen Ausgaben für neue Maschinen in den ersten Jahren stärker absetzen als in den Folgejahren. Nach einer Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft würde allerdings ein Ende der degressiven Abschreibung die Investitionsneigung des Mittelstands bremsen. Kirchhof will außerdem den Verlustrücktrag abschaffen, mit dem Unternehmen heute Verluste nachträglich von Gewinnen aus Vorjahren abziehen können. Der frühere Verfassungsrichter und Steuerrechtsprofessor begründet dies damit, dass der Staat keine Rücklagen bilden könne.

Kirchhof, der Bundesfinanzminister werden will, hält an seiner radikalen Steuerreform fest. Das Vorhaben der Union, den Spitzensteuersatz auf 39 Prozent zu senken, bezeichnete er als einen ersten Schritt. Danach müsse die Steuerreform weitergehen, bis der Einheitssteuersatz von 25 Prozent erreicht sei. In der Union mehren sich allerdings kritische Stimmen. Die Ministerpräsidenten von Hessen und Niedersachsen, Roland Koch und Matthias Wulff, äußerten Zweifel an der sozialen Balance eines Einheitssteuersatzes.

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