Festlegung des Spitzenkandidaten für Februar 2006 geplant
Erwin Teufels Kronprinzen müssen sich gedulden

Baden-Württembergs Ministerpräsident bildet sein Kabinett um und weicht allen Fragen zu seiner politischen Zukunft aus.

HB STUTTGART. Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) hat sein Kabinett verjüngt und damit personell die Weichen bis zur Landtagswahl 2006 gestellt. Seine eigene Zukunft hält der bald 65-jährige offen. Der Druck auf ihn wächst aber: In der Sondersitzung der CDU- Fraktion wurde gestern mehrfach eine Erklärung angemahnt. „Ich werde mich rechtzeitig entscheiden und dabei bleibt es“, blockte Teufel ab. Im Februar nächsten Jahres werde die Partei den Spitzenkandidaten für 2006 festlegen.

Geboren wurde die jetzige Kabinettsumbildung aus der Not heraus, nachdem FDP-Wirtschaftsminister Walter Döring als Folge seiner Umfrageaffäre zurückgetreten war. Der Regierungschef nutzte die Chance für eine Verjüngungskur seiner müde gewordenen Riege: Neben dem bereits gesetzten FDP-Mann Ernst Pfister als künftigen Wirtschaftsminister benannte Teufel gleich für drei Ressorts neue Chefs: Im Umweltministerium rückt Stefan Mappus (38) auf. Zur Nachfolgerin für Sozialminister Friedhelm Repnik, der mit dem weich gepolsterten Chefsessel der landeseigenen Toto-Lotto-Gesellschaft abgefunden wird, kürte Teufel die Bundestagsabgeordnete Tanja Gönner (34). Und den amtsmüden Innenminister Thomas Schäuble, der den Wechsel zur landeseigenen Brauerei Rothaus AG von langer Hand vorbereitet hat, beerbt Heribert Rech (54).

Doch nicht einmal der jüngste Coup des Regierungschefs verdrängt die Mutter aller Personalfragen in der Südwest-CDU von der Tagesordnung: Wo immer in diesen Wochen Christdemokraten diskutieren, fragen sie sich: Was ist mit Teufel? Die Partei erwartet ein Signal des seit mehr als 13 Jahren regierenden Ministerpräsidenten zu seiner persönlichen Lebensplanung.

Inzwischen wird der 64-Jährige sogar offen mit diesem Ansinnen konfrontiert: Gleich mehrere Abgeordnete pochten gestern auf eine Erklärung, ob er 2006 nochmals als Spitzenkandidat antreten wird. Doch Teufel antwortet intern wie öffentlich: „Ich habe mich noch nicht entschieden.“

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