Finanzbedarf gesenkt
Bundesländer brauchen weniger Kredite

Das robuste Wirtschaftswachstum und gestiegene Steuereinnahmen haben die Finanznot der Länder gelindert. Acht Länder schreiben bis September schwarze Zahlen.
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DüsseldorfDie Löcher in den Länderkassen werden immer kleiner. Bis Ende September gaben die 16 Länder zwar insgesamt 4,2 Milliarden Euro mehr aus, als sie einnahmen. Damit war das Defizit aber 3,7 Milliarden Euro kleiner als vor einem Jahr. Dies zeigt eine neue Übersicht des Bundesfinanzministeriums, berichtet das Handelsblatt (Mittwochausgabe).

Genau die Hälfte der 16 Länder schrieb nach neun Monaten sogar schwarze Zahlen. Sowohl in absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl stand der Freistaat Sachsen am besten da: Finanzminister Georg Unland (CDU) nahm binnen neun Monaten gut 1,4 Milliarden Euro mehr ein, als er ausgab. Das entspricht einem Pro-Kopf-Überschuss von 349 Euro. Das - gemessen an der Bevölkerungszahl - zweitbeste Ergebnis wies Mecklenburg-Vorpommern aus, auf Rang drei folgte Berlin; vierter war Thüringen, erst auf Platz fünf landete Bayern. Auch Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt hatten höhere Einnahmen als Ausgaben.

Bei den übrigen Ländern hingegen baute sich ein Defizit auf. Am größten fiel das Minus mit 4,76 Milliarden Euro in Nordrhein-Westfalen aus. Pro Kopf sind das 267 Euro. In Rheinland-Pfalz klaffte ein Haushaltsloch von 341 Euro pro Kopf, insgesamt 1,36 Milliarden. Ebenfalls ins Minus rutschten Baden-Württemberg, Hessen, das Saarland, Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg.

Zum Ende des dritten Quartals hatten die westdeutschen Flächenländer zusammen 6,56 Milliarden Euro mehr ausgegeben als eingenommen. Bei den Stadtstaaten gab es ein Loch von elf Millionen Euro. Dagegen konnten die ostdeutschen Flächenländer einen Überschuss von zusammen 2,4 Milliarden Euro verzeichnen.

Die Zahlen dürften die Debatte über den Länderfinanzausgleich neu entfachen. Denn die vier scheinbaren Etat-Musterknaben kassieren zwei Drittel der gesamten 7,3 Milliarden Euro, die im Rahmen des Länderfinanzausgleichs umverteilt werden. Vor allem Berlin steckte ohne dieses Geld tief in der Kreide. Auf der anderen Seite ist Bayern das einzige Geberland, das es in den ersten neun Monaten schaffte, über der Nulllinie zu bleiben. Baden-Württemberg, Hamburg und vor allem Hessen schrieben tiefrote Zahlen.

Mit Material von dapd.

 

Kommentare zu " Finanzbedarf gesenkt: Bundesländer brauchen weniger Kredite"

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  • >>Hätte man 2011/2012 nicht mal was zurücklegen können?<<

    Wofür, frage ich mich schon!
    Wenn wir sparen, wird es uns eh nur abgenommen und landet in den europäischen Fässern ohne Boden. Dann lieber prall gelebt!

  • Dass es angesichts dieser Traumkonstellation - historisch niedrige Zinsen, historisch höchste Steuereinnahmen und robuste Konjunktur - überhaupt noch Länder gibt, die selbst jetzt noch Defizite ausweisen...wer wird dafür Verständnis zeigen, wenn wir wieder in den Seilen hängen???

    Dann wird man sagen: Hätte man 2011/2012 nicht mal was zurücklegen können?

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