Finanzbranche
Vorsichtiges Schnuppern am Rettungspaket

"Brauchen wir nicht", heißt es bei der Deutschen Bank und der Landesbank Hessen-Thüringen zum Rettungspaket für die Finanzbranche. Andere trauen sich nicht aus der Deckung. Die Banken werden sich daher womöglich bei der Inanspruchnahme hinter der Banken-Gemeinschaft verstecken. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück sieht jedenfalls deutliches Interesse an dem Paket.

HB BERLIN/FRANKFURT. Unmittelbar vor dem Start des Banken-Rettungsplans der Bundesregierung erwägen die deutschen Banken offenbar, das staatliche Hilfspaket gemeinsam zu nutzen. Das Problem der angebotenen Hilfen sei, dass keiner der erste sein wolle, sagte ein hochrangiger Sparkassenfunktionär dem Magazin "Focus".

Mehrere Medien berichteten über Details der Rechtsverordnung, die am Montag vom Kabinett verabschiedet werden sollte. Ein Sprecher des Finanzministeriums verwies darauf, dass die Staatssekretäre das Papier erst am späten Sonntagabend absprechen würden.

Es sei gut möglich, dass sich "alle Banken darauf verständigten, gemeinsam in einem großen Schritt" unter den Schutz des Schirms zu gehen, sagte der Funktionär, der nicht genannt werden wollte, dem Münchner Magazin. "Das wird ab diesem Montag verhandelt", und zwar für Privat- und Landesbanken. Der Vorteil für die Branche liege darin, dass Außenstehende nicht mehr so leicht ablesen könnten, welche Institute tatsächlich Hilfe bräuchten und welche nicht.

Bei deutschen Banken besteht nach Darstellung von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) durchaus Interesse an dem Rettungspaket. Steinbrück sagte am Samstag auf dem Sonderparteitag der SPD, es gebe inzwischen unter deutschen Bankern etliche, die - ähnlich wie in den USA - eine Verstaatlichung deutscher Banken befürworteten. Sie hätten an ihn bereits ein solches Ansinnen herangetragen.

Seite 1:

Vorsichtiges Schnuppern am Rettungspaket

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%