Finanzen
Hoher Bundesbank-Gewinn entlastet Regierung

Das Loch ist groß, der Spielraum eng: Der neuen Regierung fehlt das Geld. Der Gewinn, den die Bundesbank da in der Regel Jahr für Jahr abwirft, ist gern gesehen. Und der dürfte gerade wegen der Krise in diesem Jahr besonders hoch sein.
  • 0

HB BERLIN/FRANKFURT. Die Sache mit dem „Schattenhaushalt“ plus Rekordschulden in diesem Jahr ist nach kurzer, aber heftiger Debatte geplatzt. Die künftige Koalition aus Union und FDP steckt aber immer noch in erheblichen Finanznöten. Die Milliarden-Löcher bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) und den gesetzlichen Krankenkassen müssen gestopft werden, eventuell über ein in die Kritik geratenes, aber nicht unübliches Sondervermögen. Bei den Rechenspielen der künftigen Koalitionäre kommt daher auch der Bundesbank-Gewinn ins Spiel. Der dürfte - nicht trotz, sondern gerade wegen der Krise - 2009 besonders üppig sein. Was die Lage in den Bundeskassen etwas entspannt.

Seit Jahren sorgt die Bundesbank für einen warmen Geldsegen, der die Kassen des Bundes füllt. 2008 waren es rund 6,3 Mrd. Euro. Doch in diesem Jahr könnte die Notenbank an das Rekordjahr 1997 von 12,1 Mrd. Euro anknüpfen - und das ausgerechnet dank der Hilfen gegen die weltweite Krise und der Milliarden-Geschäfte mit Banken.

„Krisenzeiten sind für eine Zentralbank sehr gewinnbringend“, sagt Stefan Kooths vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Denn die Notenbank steht am Anfang des Geldkreislaufs. Sie gibt Geldnoten aus und leiht Geschäftsbanken gegen Zinsen Geld. Dieses Angebot ist in unsicheren Zeiten besonders gefragt, weil die Banken massenhaft Bargeld horten. Statt es sich gegenseitig zu leihen, legen sie es lieber sicher wieder an - bei der Bundesbank.

Auf diese Weise sind die Konten der Geschäftsbanken bei der Bundesbank prall gefüllt. Die kassiert kräftig Zinsen. Und das, obwohl der Leitzins - also der Mindestpreis für Zentralbankgeld - auf das historische Tief von einem Prozent gesunken ist. Satte Gewinne gibt es auch wegen milliardenschwerer Finanzspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) für notleidende Banken. Allein im Juni holten sich Banken 442 Mrd. Euro Extra-Geld von der Zentralbank - vieles wurde über die Bundesbank abgewickelt und dort wieder angelegt.

Seite 1:

Hoher Bundesbank-Gewinn entlastet Regierung

Seite 2:

Kommentare zu " Finanzen: Hoher Bundesbank-Gewinn entlastet Regierung"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%