Finanzexperte räumt Fehler im Wahlkampf ein
Kirchhof macht bei Schwarz-Rot nicht mit

Die CDU will trotz zunehmender Kritik und und daraus resultierenden sinkenden Umfragewerten an Paul Kirchhof an dessen Aufstellung als Finanzminister festhalten - doch der Finanzexperte im Wahlkampfteam der Union will den Job nicht mehr um jeden Preis. Zugleich hat Kirchhof Fehler im Wahlkampf eingeräumt. Die SPD griff er im gleichen Atemzug scharf an.

HB JENA. Kirchhof schloss am Freitag aus, als Minister in einer großen Koalition zur Verfügung zu stehen. "Meine Chance, mein Platz wäre in einer schwarz-gelben, nicht in einer großen Koalition", sagte Kirchhof am Freitag bei einem Gespräch mit Unternehmern in Jena. Er kämpfe für einen Wahlsieg von CDU/CSU und FDP. Nur in einer solchen Konstellation sei es möglich, die notwendigen Vereinfachungen des Steuersystems durchzusetzen.

Kirchhof verband seine Ankündigung mit scharfer Kritik an der SPD. Sie diffamiere die Reformvorschläge von CDU und CSU und auch seine als Streichliste. Die von den Sozialdemokraten veröffentlichten Berechnungen zu den Auswirkungen der Steuerpläne seien eine infame Fehlinformation.

CDU-Generalsekretär Volker Kauder stärkte derweil Kirchhof den Rücken. "Auf das Wort einer Bundeskanzlerin wird Verlass sein. Sie hat sich dazu erklärt", sagte Kauder am Freitag in Berlin auf die Frage, ob Unions-Chefin Angela Merkel weiter an Kirchhof als Finanzminister festhalte. Merkel hatte erklärt, sie werde alles in ihrer Macht stehende tun, damit Kirchhof neuer Bundesfinanzminister werde. Die CDU war in den vergangenen Tagen durch mehrere Umfragen unter Druck geraten, in denen sie sowohl eine Regierungsmehrheit mit der FDP eingebüßt hatte und auch in der Steuerpolitik deutlich an Zustimmung verlor. Nach Angaben der ARD trugen die massiven Angriffe der SPD auf den Finanzfachmann Kirchhof zu den Verschiebungen bei. Im Deutschlandtrend des Senders legte die SPD bei der Frage, welcher Partei die bessere Steuerpolitik zugetraut werde, um zwölf Punkte auf 35 % zu. Die CDU verlor demnach sieben Punkte und liegt bei diesem Thema jetzt gleichauf mit den Sozialdemokraten.

Kauder sagte weiter, Meinungsumfragen seien ihm nicht wichtig. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Union gemeinsam mit der FDP die Wahl gewinnen werde. "Kritisch wäre es allenfalls, wenn die Wechselstimmung nicht mehr da wäre. Sie ist aber überall."

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