Finanzierung des Krankengeldes ist wichtiges Thema
Zwickel sucht Hilfe bei CDU CSU

Im Streit über die geplanten Sozialreformen geht die IG Metall immer stärker auf Distanz zur SPD und sucht inzwischen den Kontakt zu CDU/CSU. Wie zuvor schon Verdi-Chef Frank Bsirske kündigte IG-Metall-Chef Klaus Zwickel am Freitag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters Gespräche mit der Union über die Reformen an.

Reuters HAMBURG. Das historische Bündnis der Gewerkschaften zur einstigen Arbeiterpartei würde dadurch einen Riss bekommen. Ohne von Bruch zu sprechen, sagte Zwickel, das Verhältnis zur SPD habe sich verändert.

„Jetzt müssen die Gewerkschaften ausloten, was im Interesse der Arbeitnehmer besser mit der SPD und was mit der Union zu machen ist. Insofern verändert die Agenda 2010 das Verhältnis zur SPD“, sagte der IG-Metall-Chef. „Dabei gibt es möglicherweise in der einen oder anderen Frage gegensätzliche Positionen zwischen SPD und Union“, fügte er hinzu. Ausdrücklich erwähnte Zwickel die Frage der Finanzierung des Krankengeldes, bei der sich die IG Metall Hilfe von der Union erhofft. Während sich die Gewerkschaften für eine Beibehaltung der gemeinsamen Finanzierung durch Arbeitnehmer und Arbeitgeber einsetzen, will Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) die Beiträge künftig allein von den Arbeitnehmern bezahlen zu lassen.

Zwickel: Einheitspartei der sozialen Nivellierung

Zwickel erneuerte seine Kritik an den von Schröder geplanten Reformen. Er machte dabei deutlich, dass seiner Ansicht nach kein erkennbarer Unterschied zwischen den Positionen des Kanzlers und denen von CDU/CSU mehr bestehe. „Wir haben es mit einer Einheitspartei aus SPD und Union für soziale Nivellierung zu tun“, sagte Zwickel. „Es geht beiden Parteien nur noch darum, wie tief die Einschnitte (in das Sozialsystem) sein sollen.“

Es habe bereits Gespräche mit den Abgeordneten des Arbeitnehmerflügels der Union darüber gegeben. Zwickel sprach von „großem Interesse“ seiner Gewerkschaft an weiteren Kontakten zu CDU/CSU. Er könne aber noch nicht einschätzen, in welchen Punkten es Übereinstimmungen gebe. „Das müssen wir austesten.“

Anfang Mai hatte bereits Bsirske in einem Reuters-Interview Kontakte zur Union angekündigt, um die in Schröders Agenda 2010 genannten Sozialreformen zu verändern. IG Metall und Verdi gelten als die schärfsten Kritiker der Agenda 2010 im Gewerkschaftslager, während die drei Gewerkschaften IG BCE, Nahrung, Genuss, Gaststätten und Transnet mit eigenen Reformvorschlägen auf die Bundesregierung zugehen wollen.

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