Finanzkrise
Länder stellen Opel Hilfe in Aussicht

Die rund 25 000 Opel-Mitarbeiter in Deutschland können neue Hoffnung schöpfen. In der Politik mehren sich Stimmen, die für eine Unterstützung des angeschlagenen Autobauers werben. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) warnte zugleich, die Rettung von Opel nicht durch das voreilige Ausschließen von Hilfen vorschnell zu gefährden.

BERLIN/DÜSSELDORF. "Diese Debatten helfen nicht weiter. Klar ist doch bislang nur: ohne den Erhalt der Opel-Standorte und der Arbeitsplätze in Deutschland brauchen wir über Hilfen des Staates gar nicht zu reden. Aber jetzt müssen wir zunächst Opel Europa die Chance geben, einen Zukunftsplan zu entwerfen", sagte Rüttgers dem Handelsblatt. "Dies war vor der Kenntnis der Sanierungsvorschläge der Mutter GM doch gar nicht möglich. Ich habe die Bundesregierung gebeten, diesen Prozess mit Gesprächen zu begleiten. Genauso hat es die US-Regierung mit dem neuen Präsidenten Barack Obama auch gehalten. Dann werden wir sehen, ob ein anderer Autohersteller sich bei Opel beteiligen will oder der Staat übergangsweise etwa mit Bürgschaften Hilfen leisten kann. Jetzt ist Opel am Zug", sagte Rüttgers, der sich derzeit in den USA aufhält.

"Wir wollen alles tun, um Opel zu helfen", sagte auch Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz der "Berliner Zeitung". Dazu sei eine "direkte Beteiligung, wenn Opel in die Selbstständigkeit entlassen werden sollte", ebenso denkbar wie Bürgschaften oder Fördergelder. Er fügte allerdings auch hinzu: "Ohne präzise Pläne von General Motors können wir auch unsere Hilfe nicht präzisieren", schränkte der CDU-Politiker ein. "Bei ersten Gesprächen über eine Bürgschaft war für Thüringen aber zum Beispiel eine Größenordnung von 20 bis 40 Mio. Euro im Gespräch." Zugleich betonte Reinholz: "Drastische Einschnitte oder gar eine Schließung von Opel-Werken sind für uns nicht akzeptabel." Zu bevorzugen sei zwar ein Verbleib von Opel bei GM. "Danach sieht es im Moment aber nicht aus." Eine Herauslösung von Opel aus dem Mutterkonzern sei prinzipiell möglich.

Opel ist wegen der Schieflage von GM ebenfalls in Schwierigkeiten geraten. Der Autobauer produziert in Deutschland in den Werken Eisenach (Thüringen), Rüsselsheim (Hessen), Bochum (Nordrhein-Westfalen) und Kaiserslautern (Rheinland Pfalz).

Positive Signale an Opel senden auch die Liberalen. "Selbstverständlich wollen wir den Opel-Mitarbeitern helfen und würden auch eine Landesbürgschaft unterstützen, wenn der Standort Bochum damit langfristig gesichert werden kann", sagte der Fraktionschef der Liberalen im Düsseldorfer Landtag, Gerhard Papke, am Donnerstag im Gespräch mit Handelsblatt.com. Voraussetzung dafür sei aber ein "belastbares Konzept für die Zukunft von Opel, das wir umgehend vom Unternehmen erwarten und das den strengen Prüfkriterien für die Bürgschaftsvergabe standhalten muss". Papke wandte sich zugleich strikt gegen eine Beteiligung des Staates an Opel. Dies würde "praktisch zu einer unbegrenzten Nachschusspflicht und damit zu völlig unkalkulierbaren Risiken für die Steuerzahler führen", warnte der FDP-Politiker. "Und was sollten hunderttausende mittelständische Betriebe dazu sagen, die ja auch ohne Staatsbeteiligung auskommen müssen?"

Auch der hessische FDP-Chef Jörg-Uwe Hahn sagte: "Wenn GM ein überzeugendes, zukunftsfähiges Konzept für Europa vorlegt, wird sich die FDP einer befristeten Staatshilfe in Form von Bürgschaften nicht widersetzen." Hahn , der auch stellvertretender Ministerpräsident Hessens ist, forderte zudem in der "Rheinischen Post" den Opel-Mutterkonzern General Motors auf, zügig einen Sanierungsplan für die europäischen GM-Werke vorzulegen. "Der Ball liegt bei GM. Der Konzern muss in den nächsten 14 Tagen ein Zukunftskonzept für die Standorte in Europa präsentieren." Der Staat könne kein wirtschaftliches Konzept für den Autobauer vorlegen.

Seite 1:

Länder stellen Opel Hilfe in Aussicht

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%