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Finanzkrise: Lehrerverband fordert Ökonomie-Unterricht

exklusiv Vor dem Hintergrund der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise hat sich der Deutsche Lehrerverband (DL) dafür ausgesprochen, alle Schüler in wirtschaftlich relevanten Fragen zu unterrichten. Die Einführung eines Fachs Wirtschaftsbürgerkunde ab der fünften Klasse, wie jüngst von einem Experten gefordert, lehnt DL-Präsident Kraus ab.

dne DÜSSELDORF. „Ich fordere, dass junge Menschen zwischen dem 14. und 16. Lebensjahr, also bis zu Jahrgangsstufe zehn, in möglichst verschiedenen Fächern rund 200 Stunden ökonomische Grundbildung erhalten“, sagte DL-Präsident Josef Kraus am Freitag im Gespräch mit Handelsblatt.com. Eine Leitfunktion hätten dabei die Fächer Sozialkunde, Politik, Geschichte und Erdkunde.

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Die Einführung eines Fachs Wirtschaftsbürgerkunde ab der fünften Klasse, wie jüngst vom an der Universität St. Gallen in der Schweiz lehrenden Wirtschaftsethiker Peter Ulrich gefordert, lehnt Kraus ab. „Man kann es auch übertreiben mit der ökonomischen oder auch anti-ökonomischen Abrichtung unserer Kinder bereits zu diesem Zeitpunkt in der 5. Klasse“, sagte er. „Mündige Wirtschaftsbürger bekommt man auch dann, wenn zunächst die Eltern ihren Kindern wirtschaftlich vernünftiges Verhalten vorleben bzw. ihre Kinder altersgemäß ökonomisch relevante Entscheidungen treffen lassen“, so Kraus weiter.

Ulrich hatte sich in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" dafür ausgesprochen, Wirtschaftsbürgerkunde ab der fünften Klasse auf den Stundenplan zu nehmen. "Wir brauchen eine umfassende Wirtschaftsbürgerkunde analog zur Staatsbürgerkunde", sagte er. Es genüge nicht, nur die Funktionsprinzipien des marktwirtschaftlichen Systems zu kennen, ohne seine angemessene Rolle in einer wohlgeordneten Gesellschaft zu verstehen. Der Wissenschaftler hob die Vorteile eines solchen Lehrfachs hervor: "Wenn ich als junger Mensch lerne, dass Konsum allein nicht die Erfüllung des Lebens ausmacht, dann will ich auch eine entsprechende Gesellschaftsordnung, in der nicht alles der ökonomischen Logik untergeordnet wird", erläuterte Ulrich und fügte hinzu: "Wer hingegen mehr Geld zu haben als Selbstzweck sieht, der fühlt sich natürlich bedroht, sobald die Politik versucht, hierauf Einfluss zu nehmen."

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