Finanzkrise
Soffin sieht Kapitalausstattung deutscher Banken gefährdet

Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin fürchtet zunehmende Eigenkapitalprobleme bei deutschen Banken.

BERLIN. Die angekündigte Ratingherabstufung bei strukturierten Wertpapieren drohe, "den konjunkturell bedingten Anstieg der Risikoaktiva großer deutscher Banken massiv zu verschärfen", schreibt der Sonderfonds Finanzmarktsstabilisierung in einem Positionspapier, das dem Handelsblatt vorliegt. "Dadurch wird deren ausreichende Kapitalisierung gefährdet sein."

Der Soffin empfiehlt deshalb die Auslagerung von Risikowertpapieren in so genannte Bad Banks. "Bad Banks helfen Kapital sparen und dienen damit der Stabilität der Finanzmärkte", heißt es in dem Papier weiter. Die Gesetzespläne der Regierung zur Gründung von Bad Banks würden die Banken entlasten, zugleich aber die Eigentümerverantwortung aufrechterhalten. "Durch den Austausch illiquider strukturierter Wertpapiere gegen staatlich garantierte können Bad Banks Kapitalisierung und Liquidität der Kernbanken stärken", schreibt der Soffin.

Die Kritik der Finanzbranche an den Regierungsplänen bezeichnet der Bankenrettungsfonds als widersprüchlich. "Die einen fordern stärkere Beihilfeelemente, weil sie gern Risiken abgenommen bekommen wollen. Die anderen beklagen sich, dass die Stabilisierungsmaßnahmen denen zugute kommen, die schlecht gewirtschaftet haben", heißt es in dem Soffin-Positionspapier.

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur
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