Finanzmärkte
Schäuble fordert Tempo bei Börsensteuer

Bundesfinanzminister Schäuble will in den ersten Monaten des kommenden Jahres Fortschritte in Sachen Finanztransaktionssteuer sehen. Sie soll die Finanzmärkte stabilisieren und bei den Bürgern Vertrauen schaffen.
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BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble drückt im Streit um eine Finanztransaktionssteuer aufs Tempo. „Wir setzen uns sehr für eine schnelle Einführung ein“, sagte Schäuble in einem Interview der „Bild am Sonntag“. In der EU sei verabredet worden, die Chancen für eine Finanztransaktionssteuer in den ersten Monaten des neuen Jahres auszuloten. Sollten die Hürden zu hoch sein, würden sich Deutschland und Frankreich dafür einsetzen, die Steuer nur in der Euro-Zone einzuführen. „Ich möchte hier Fortschritte sehen“, sagte er.

Die Einführung der neuen Steuer könne zwar bedeuten, dass künftig einige spekulative Geschäftsmodelle nicht mehr profitabel seien. Dies sei aber gewollt. „Ich möchte nicht abwarten, bis eine solche Steuer weltweit eingeführt worden ist“, sagte Schäuble. „Sonst riskieren wir nicht nur die Stabilität unserer Finanzmärkte und neue Risiken, sondern gefährden die Legitimation des ganzen Systems bei den Bürgern.“

Die EU-Kommission hatte kürzlich einen Vorschlag zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer in Europa vorgelegt. Danach sollen kommerzielle Aktien- und Anleihengeschäfte als Mindestsatz mit 0,1 Prozent und Derivategeschäfte mit 0,01 Prozent besteuert werden. Die EU-Kommission verspricht sich davon Einnahmen von rund 57 Milliarden Euro pro Jahr in der EU, die sie zum Teil auf Kommissionsebene halten will.

Deutsche Wirtschaftsverbände hatten zuletzt Front gegen die europaweite Einführung einer Finanztransaktionssteuer gemacht und vor negativen Folgen für Unternehmen und Beschäftigte gewarnt. Auch die Bundesbank befürchtet im Fall eines europäischen Alleingangs Nachteile für jene Staaten, die sie als erste einführen. Dagegen befürworten etwa der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Globalisierungskritiker von Attac eine solche Abgabe auf Finanzgeschäfte. Auch die Opposition setzt sich schon seit längerem für eine rasche Einführung ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Finanzmärkte: Schäuble fordert Tempo bei Börsensteuer"

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  • Schon richtig, aber das Problem besteht ja eben darin, dass es nichts mehr zu kassieren gibt wenn die Steuer nicht Weltweit eingeführt wird, da sich die großen Anleger ins Ausland verziehen. Das sollte durchaus berücksichtigt werden. Aus diesem Grund finde ich die Vorschläge aus der WiWo nicht verkehrt. Das ganze müsste natürlich genauer geprüft werden (bzg tatsächlichem Nutzen) da sich alles zwar in der Theorie immer schön anhört aber in der Praxis oft versagt.

  • Falls die Börsenumsatzsteuer für alle Finaztransaktionen eingeführt würde (wie es auch schon vorgeschlagen wurde), wäre das von übel - träfe es doch tatsächlich alle Bürge.
    Für bestimmte Geschäfte z. B. Sekundenhandel, Daytraiding dürfte sie jedoch wünchenswert sein. Für den normalen Aktienhandel oder Fondssparpläne hat sie lediglich die Wirkung einer weiteren Steuer und belastet nur den normalen Sparer. Da fehlen mir weitere Informationen.

  • Ja, aber ich denke, daß es Leuten wie Schäuble gar nicht um Problem-Lösungen geht, sondern hauptsächlich um noch mehr abzukassieren.

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