Finanzmarkt-Regulierung

Schäuble will strengere Bankenregeln

Der Finanzbranche droht Ungemach. Finanzminister Schäuble ist für ein Trennbankensystem, die Aufseher von der BaFin sind es auch. Schäuble sagte, es müsse noch einiges getan werden bei der Bankenregulierung.
Update: 29.07.2012 - 17:25 Uhr 19 Kommentare
Kein Bankenfreund - Finanzminister Schäuble. Quelle: dpa

Kein Bankenfreund - Finanzminister Schäuble.

(Foto: dpa)

BerlinBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) kann sich zur strengeren Regulierung der Finanzwelt eine Aufspaltung der europäischen Großbanken in Geschäftsbanken und Investmentbanking vorstellen. "Wenn es in Europa nachgewiesenen Bedarf für einen solchen Schritt gibt, wird Deutschland sich nicht sperren", sagte Schäuble der Zeitung "Welt am Sonntag".

Der CDU-Politiker wollte eine Aufspaltung der Universalbanken nicht ausschließen, da bei der Pleite eines Geldhauses in einem anderen Euroland notfalls auch der deutsche Steuerzahler bürgen müsste. Doch die aktuellen Probleme in Deutschland "haben mit der Existenz von Universalbanken nichts zu tun", erklärte Schäuble.

Der Minister sagte, bei der Regulierung der Finanzwelt sei bereits einiges geschafft worden, doch müsse noch mehr getan werden. Als Beispiel nannte Schäuble die Vergütung von Managern. "Der Gesetzgeber könnte die Vorschriften verschärfen, die dafür sorgen sollen, dass variable Bezüge nicht mehr kurzfristig ausgezahlt, sondern längerfristig angelegt werden", sagte er.

Schäuble räumte ein, dass die Politik die Regeln für die Finanzwelt zu sehr gelockert habe. "Wir alle miteinander sind bei der Deregulierung, die Ende der 90er Jahre begann, zu weit gegangen. Damals regierte Rot-Grün", sagte er mit einem Seitenhieb auf die Opposition. Ein Jahrzehnt später hätten die Finanzmärkte auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden müssen. "Wir müssen nun für Regeln sorgen, die eine Wiederholung verhindern", erklärte Schäuble.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hatte am vergangenen Wochenende in einem Acht-Punkte-Papier die Banken unter anderem der Erpressung und Abzocke bezichtigt und angekündigt, die Zähmung der Finanzmärkte zu einem Thema im Bundestagswahlkampf 2013 machen zu wollen.

Trennbankensystem würde vor allem Deutsche Bank treffen
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19 Kommentare zu "Finanzmarkt-Regulierung: Politik und Aufseher wollen Bankentrennung"

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  • Haben wir es noch immer nicht kapiert?

    Von der herrschenden Nomenklatura GRÜNESPDCDU droht denen garnichts.
    Diese Politmarionetten werden von der zahlenden Lobby zurückgepfiffen.
    Diese Schlagzeile ist erlaubt. Es soll so aussehen als wenn einer nachdenkt.
    Und er sieht ja wirklich nachdenklich aus.

    Wir kriegen es in Europa nicht hin, dass an Tote keine Renten und für Ruinen keine Kredite ausgegeben werden.
    Schon für solche absoluten Selbstverständlichkeiten sind die Widerstände zu groß.
    Wer träumt denn ernsthaft davon, dass er die wirklich lohnenden Beutzüge stoppen kann?




  • Der Minister sagte, bei der Regulierung der Finanzwelt sei bereits einiges geschafft worden, doch müsse noch mehr getan werden
    -------------------
    Was ist denn geschaffen worden? Wie kann es z. B. sein, dass die Commerzbank weiter zockt, sie ist mit deutschem Steuergeld gerettet worden.
    Und wenn ich den Beitrag im HB richtig verstehe, sind mal wider bei der Libor-Sache Landesbanken beteiligt. Wie kann das? Die unterliegen doch angeblich der Kontrolle der Politik
    Also erst einmal vor der eignen Tür richtig kehren.
    Und eine Bankenaufsicht die Politik konform ist, braucht auch niemand.
    All diese Kontrollfunktionen müssen endlich von unabhänigen Leuten gemacht werden

  • @ Hagen_von
    Lässigkeit finde ich auch ganz toll. Aber der Erfolg damit von Italien und GB ist leider nicht überzeugend.
    Und Gesetze haben wir auch schon genug geändert. Die Regierung Schröder war darin ja ganz fleißig und den den Schwachsinn von Clinton und Blair nach Deutschland geholt.

    Auch Änderungen am Grundgesetz werden bei uns deutlich öfter durchgeführt als beispielsweise in den USA - so kann man es lesen.

    Was soll immer diese Vorurteilskiste.

  • @ Hagen von
    Ganz praktisch benötigt man die Trennung der Banken nach Geschäfts- und Investmentbanken schon, um die Geschäftsbanken von einer nötigen Erhöhung der Kapitaldeckung zu verschonen, die für Investmentbanken zur Risikoabdeckung dringend benötigt wird.

  • +1.
    Erschwerend bei Herrn Schäuble kommt hinzu, sein sehr blumiges Demokratieverständnis, seine Abneigung gegen parlamentarische Kontrolle und sein sehr biegsames Verhältnis zu dem, was man im allgemeinen Sprachgebrauch Lüge und Wahrheit nennt.

  • Die 100,000DM Gedaechtnisluecke schwadroniert mal wieder von Sachen, von denen er nichts versteht. Bewusst vage geaeussert, er koenne sich dies vorstellen, ein entschiedenes vielleicht, so kann er immer noch umfallen, war ja nur eine Idee entstanden in einem verquasten Juristenhirn, bzw geklaut von Gabriel, auch so ein Musterbeispiel der Konsequenz, Banken retten aber sie dann an den Pranger stellen. Beide und noch viel andere Politiker werden ganz schnell kuschen, wenn die Bankenlobby aktiv wird, alternativlos.

  • Da bin ich aber sehr auf die Unterscheidungskriterien zwischen Geschäfts- und Investementbanken gespannt. Schaut man sich die Bilanzen vieler Banken, insbesondere auch der Postbank und der Direktbanken an, so haben diese auch kaum Kreditgeschäft, sondern kaufen mit den Kundengeldern Wertpapiere.

  • Der Vorschlag ist schon richtig, aber wir brauchen auch eine Bankenaufsicht, die dem Anspruch gerecht wird. Das war in der Vergangenheit nicht so. Und die neue "Erzieherin" ist auch nicht vom Fach.

    Möglicherweise ist gerade dies so gewünscht. Das war vielleicht auch schon die Vorbereitung zum Schachzug, die Bankenaufsicht der EZB, Herrn Draghi, unterzupflügen.

    Ein Schelm, der Böses dabi denkt.

    Und ist einmal das Vertrauen zerstört, dann kann man ihn (Schäuble) auch nicht mehr gebrauchen. Austauschen und das so schnell wie möglich, das ist die einzige Chance. Das hat er von der griechischen Regierung so erwartet, nur wenn es um ihn selbst geht, dann rafft der Junge es nicht.

  • Der Kommentar eines verlappten Antisemiten? Sie sollten sich ob des verzapften Blödsinns schämen. Wenn Sie diesen Blödsinn wirklich glauben, gehören Sie in die Klapse.

  • Bankentrennung waere ohne Zweifel ein Schritt in die richtige Richtung.

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