Finanzminister
Steinbrück – neuer Held der Sozialdemokraten

Lange galt er als zu nüchtern. Noch 2005 verlor er als Ministerpräsident die Landtagswahl im SPD-Stammland Nordrhein-Westfalen. Doch seit die Finanzkrise tobt, ist Bundesfinanzminister Peer Steinbrück der Held der Sozialdemokratie. Nun überlegen die Parteistrategen, wie sich seine Popularität im Wahlkampf nutzen lässt.

BERLIN. Alle Stühle sind besetzt, Kameraleute und Fotografen drängeln sich an den Seiten, Journalisten schreiben fleißig in die Blöcke: Nicht die Bundeskanzlerin spricht gerade, sondern Peer Steinbrück, der Bundesfinanzminister. Im Foyer des Willy-Brandt-Hauses. Er berichtet über 14 Punkte, mit denen die SPD den Finanzmärkten neue Regeln geben will. In der ersten Reihe sitzen Franz Müntefering, Frank-Walter Steinmeier und auch die Parteivize Andrea Nahles. Die Partei nimmt das Thema Wirtschaft ernst, lautet die Botschaft - auch wenn das die vergangenen Jahre nicht der Fall war.

Die Zeiten ändern sich für die SPD wie auch für den Norddeutschen Steinbrück. 2005 noch verlor er als Ministerpräsident die Landtagswahl im SPD-Stammland Nordrhein-Westfalen, was auch das Ende der rot-grünen Koalition im Bund einläutete. Und nun, drei Jahre später, ist er nicht mehr wegzudenken.

Während die Union wie auch die FDP in der Finanzmarktkrise verzweifelt nach Positionen und sie verkörpernde Personen sucht, feiert die SPD die Fortsetzung der Heuschreckendebatte aus dem Jahr 2005 und ihren neuen Protagonisten. "Peer Steinbrück wird eine andere Rolle spielen als noch vor einem halben Jahr gedacht", erklärt der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend. Er spiele "eine sehr zentrale Rolle", kündigt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Klaas Hübner an. Und der für Finanzen zuständige stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Joachim Poß, sagt sogar: "Er verkörpert den ökonomischen Sachverstand der SPD. Das stößt flügelübergreifend auf Zustimmung."

Wirtschaftsminister war der gelernte Ökonom in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen, auch mal Finanzminister. Er war immer gegen Konjunkturprogramme auf Pump und ein Anhänger der Agenda-Politik Schröders. Er schaffte die Eigenheimzulage ab, senkte die Steuern für Unternehmen und trug die Mehrwertsteuererhöhung mit. Nicht alle in der Partei konnten dem folgen.

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