Finanzminister würde Gesetzesinitiative unterstützen
Eichel fordert Offenlegung von Manager-Gehältern

Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hat sich in die Debatte um Managergehälter eingeschaltet und die Drohung des Bundesjustizministeriums unterstützt, eine Offenlegung der Vorstandsbezüge notfalls gesetzlich zu erzwingen.

HB BERLIN. In allen Unternehmen, an denen der Bund maßgeblich beteiligt sei, würden die Bezüge von Managern offen gelegt. „Dies sollte Vorbildcharakter haben. Ich kann anderen großen Unternehmen nur dringend raten, das ebenso zu tun“, sagte Eichel der „Berliner Zeitung“ (Freitag). Im europäischen Ausland und in den USA sei dies längst eine Selbstverständlichkeit. Auf die Frage, ob im Zweifel der Gesetzgeber handeln werde, sagte der Finanzminister: „Damit muss man rechnen, ja.“

Das Bundesjustizministerium hat angekündigt, eine Offenlegung der Managergehälter durch die Unternehmen gesetzlich zu erzwingen, falls die Firmen dies innerhalb der nächsten zwölf Monate nicht auf Basis des freiwilligen „Corporate Governance Kodex“ sicherstellen. Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) gibt der Wirtschaft sogar nur bis zum Herbst dieses Jahres Zeit, sonst werde sein Land eine entsprechende Gesetzesinitiative ergreifen.

Der „Corporate Governance Kodex“ war vor zwei Jahren verabschiedet worden. Er sollte auf freiwilliger Basis mehr Transparenz in die Führung deutscher Unternehmen bringen und beinhaltet auch die Forderung nach einer Offenlegung der individuellen Vorstands- und Aufsichtsratsbezüge. Allerdings nannte bis zur Jahresmitte einem Zwischenbericht zufolge nur ein Drittel der Dax-Unternehmen individuelle Vorstandsgehälter. Nach Angaben des Kommissionsvorsitzenden Theodor Baums haben die meisten Dax-Unternehmen vereinbart, sich dem auch weiterhin zu verschließen. Forderungen von DaimlerChrysler und Siemens nach Kostensenkungen durch längere Arbeitszeiten und niedrigere Einkommen hatten eine Debatte über die Gehälter von Vorstandsmitgliedern ausgelöst.

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