Finanzplanung

Bund leiht sich neue Milliarden

Deutschland leiht sich in diesem Jahr so wenig Geld wie seit 2002 nicht mehr. Im zweiten Quartal will sich der Bund 47,5 Milliarden Euro besorgen. Die Gesamtjahressumme beläuft sich auf fast 200 Milliarden Euro.
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Insgesamt will sich der Bund in diesem Jahr maximal 199,5 Milliarden Euro leihen – so wenig wie seit 2002 nicht mehr. Quelle: dpa
Bund leiht sich Miilliarden.

Insgesamt will sich der Bund in diesem Jahr maximal 199,5 Milliarden Euro leihen – so wenig wie seit 2002 nicht mehr.

(Foto: dpa)

BerlinTrotz kräftig steigender Steuereinnahmen weicht der Bund vorerst nicht von seiner Finanzplanung an. Im zweiten Quartal will er sich am Geld- und Kapitalmarkt insgesamt 47,5 Milliarden Euro von Investoren besorgen, kündigte die für das Schuldenmanagement zuständige Finanzagentur am Dienstag an.

Insgesamt will sich der Bund in diesem Jahr über die Auktion von Anleihen und Geldmarktpapieren maximal 199,5 Milliarden Euro leihen – so wenig wie seit 2002 nicht mehr.

Grund für den sinkenden Finanzbedarf sind die steigenden Steuereinnahmen: Im Januar und Februar lagen die Einnahmen aus den Bundessteuern um 9,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Außerdem spart der Bund viel Geld bei den Zinskosten: Wegen der Niedrigzinspolitik und der Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank kommt er so billig an frisches Geld wie noch nie.

Dass sich Finanzminister Wolfgang Schäuble trotz des geplanten ausgeglichenen Haushalts in diesem Jahr einen dreistelligen Milliardenbetrag leihen muss, liegt an den Altschulden von mehr als einer Billion Euro. Das geliehene Geld muss regelmäßig an Investoren zurückgezahlt werden – 2015 summieren sich die Tilgungen auf gut 185 Milliarden Euro.

Da der Bund so viel Geld nicht aus dem laufenden Einnahmen übrig hat, muss er neue Kredite aufnehmen.

  • rtr
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5 Kommentare zu "Finanzplanung: Bund leiht sich neue Milliarden"

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  • Deutschland hatte in der Vergangenheit über zwei Billionen Staatsschulden.
    Deutschland hat aktuell über zwei Billionen Staatsschulden.
    Noch Fragen zur "schwarzen Null"?
    Selbst wenn ein Staatshaushalt oft diametral einem Privathaushalt gegenüberstehen muss; beide müssen sich letztlich an den Einnahmen orientieren und ihre Ausgaben danach ausrichten - oder das Fundament wird durchlöchert.
    Der sog. "Juliusturm" unter Adenauer war der letzte Guthabenpuffer, danach gab es nur noch die Schuldenspirale.
    Eine solche Fehlentwicklung ist nur möglich wenn "viel (Wahl)Volk" mit begrenzer Fähigkeit selber zu denken existiert.

  • Ich denke die Steuereinnahme explodieren? Lügen wieder die Politiker vorsätzlich? Ich glaube nicht, das Geld landet nur auf deren Privatkonten, so meine Vermutung und dies ist Ihnen zu wenig!!!!!

  • Kleine Ergänzung: Zahlen wenigstens Unternehmen bei höchsten Gewinnen und höchsten Dividendenzahlungen Kredite am Kapitalmarkt zurück? Warum sollten die? In Gegenteil! Wer den Monatsbericht der Deutschen Bundesbank liest, wird finden, dass die Unternehmen des nichtfinanziellen Sektors immer mehr neue Kredite aufnehmen. Nicht immer finanzieren diese damit Investitionen. Manchmal werden solche Kredite am Finanzmarkt riskiert.

  • So wie der Beitrag geschrieben ist, könnte man denken, dass der Staat doch nicht schuldenfrei durchs Haushaltjahr kommt. Im Gegenteil! Der Staat nimmt 200 Milliarden Euro Schulden auf. Sind das wirklich alles neue Schulden? Natürlich nicht! Durch neue Schulden werden alte getilgt. Wer dann noch in den Monatsbericht des Finanzministeriums schaut, wird finden, dass Bund und Länder in den ersten beiden Monaten des Jahres 23,8 Milliarden Euro Schulden am Kapitalmarkt zurück gezahlt haben oder die Schuldensumme des Staates um diese 23,8 Milliarden Euro gesunken ist. Siehe Seite 94 des Monatsberichts. Der Beitrag weckt also völlig falsche Gedanken. Seit wann haben Medien das nötig? Falschdarstellungen gehören in die Lügenpresse.

  • Ich d enke, der Bund nimmt so viele Steuern ein wie nie zuvor. Also wiese muß Schäuble da noch Geld leihen?
    Seine schwarze Null ist also ein großes Lügenmärchen

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