Finanzplatz Schweiz
Steinbrück lobt die Schweizer Banken

Der eine sollte Kanzler werden, der andere EZB-Chef – beide wurden es nicht. Peer Steinbrück und UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber treffen sich ohne alten Zwist. Zur „Kavallerie“-Drohung steht Steinbrück aber weiter.
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BerlinDie Schweizer Botschaft in Berlin liegt nur einen Steinwurf vom Kanzleramt entfernt. Die räumliche Nähe zur deutschen Regierungszentrale täuscht darüber hinweg, dass es um das Verhältnis beider Länder lange Zeit nicht gut bestellt war. Daran hatte Peer Steinbrück entscheidenden Anteil, der einst als Finanzminister die siebte Kavallerie von Fort Yuma ausreiten lassen wollte, um die stolzen Schweizer zur Aufgabe ihres Bankgeheimnisses zu zwingen.

Das ist nun sechs Jahre her – und das Kriegsbeil inzwischen begraben. Am Mittwochabend sitzt Steinbrück deshalb gemeinsam mit Axel Weber, dem Verwaltungsratspräsidenten der Schweizer Großbank UBS, und Hausherr Tim Guldimann vor einem goldumrahmten Spiegel im Kaminzimmer der Schweizer Botschaft und zieht Bilanz des Kampfes gegen die Steuerhinterziehung.

Steinbrück lobt die Schweizer Banken im Allgemeinen und die UBS im Besonderen dafür, auf die Weißgeldstrategie umgeschwenkt zu sein. Hat der aus seiner Western-Erfahrung abgeleitete Kavallerie-Vergleich dazu beigetragen, dass die Eidgenossen sich – wie fast 70 andere Länder auch – am Informationsaustausch über Konten ausländischer Kunden beteiligen?

Der einstige SPD-Kanzlerkandidat zögert kurz, dann sagt er: „Es wäre vermessen zu glauben, dass meine Worte eine solche Entwicklung ausgelöst haben. “ Mit seinem „norddeutschen Ausfallschritt“, der ihm eine Flut böser E-Mails bescherte, habe er das Thema aber immerhin aus der Ecke geholt und auf die Agenda gesetzt.

„Während ich nur von der Kavallerie gesprochen habe, haben die Amerikaner sie auch ausreiten lassen“, betont Steinbrück. Will sagen: Ohne die Drohung aus Washington, eidgenössische Banken vom US-Markt auszusperren, ohne den Druck der OECD und ohne die Debatte, dass der ehrliche Steuerzahler in der Finanzkrise für die Bankenrettung aufkommen muss, während andere ihre Schäfchen in Züricher Tresoren ins Trockene bringen, wäre die Schweiz weiter eine Fluchtburg für Schwarzgeld.

Dass Schweizer Banken deutsche Kunden lange mit Vorsatz zur Steuerhinterziehung eingeladen haben – dabei bleibe er, betont Steinbrück.

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  • Das ist nichts Anderes als die freundliche Anfrage, ob nicht bei dem guten Umrechnungskurs des Schweizer Frankens zum Euro nicht einen Vortrag bei der UBS halten darf.

    Steinbrück ist doch ein vaterlandsloser Geselle.

    Wenn er durch die Gas-Pipeline Gruechen könnte, wäre er schon lange zu Schröder nach Russland gebrochen. Wenn man hier einen Vorwurf formulieren wollte, dann ginge der in Richtung SPD. Es ist erstaunlich, dass solche Typen sich vornehmlich in deren "Wassern" tummeln.

  • Ich glaube, ich ziehe mich ins Privatleben zurück und richte das Landhaus neu ein....

    :-D

  • Steinbrück hat sich schon immer gerne wg. möglicher Eigennutzinteressen neben der "Hochfinanz" aufgehalten.

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