Finanzstandort
Die Grünen, Schrecken der Banker

Am kommenden Sonntag wählen die Frankfurter ein neues Stadtparlament. Laut Umfragen stehen die Zeichen auf Schwarz-Grün - eine Konstellation, die in der Finanzwelt wenig Anklang findet.

HB FRANKFURT. Kinderbetreuung, Flughafenausbau und Strompreise – das sind die dominierenden Themen vor der Kommunalwahl in der Bankenmetropole Frankfurt am Main. Am kommenden Sonntag entscheiden rund 420 000 Frankfurter über die zukünftige Politik im Stadtparlament. Und obwohl Frankfurt vor allem für seine Banken bekannt ist, spielt der Finanzplatz im Wahlalltag kaum eine Rolle.

„Das Netzwerk zwischen der Kommunalpolitik und der Finanzwelt funktioniert sehr gut“, erklärt Klaus Elsner, Geschäftsführer des Bankenverbandes Hessen. Aber das war nicht immer so. Während der Bankenkrise Anfang dieses Jahrzehnts stritten sich Kommunalpolitiker und Bankenmanager wegen des Personalabbaus der Institute und sinkender Gewerbesteuerzahlungen. „Der Finanzplatz hat in den vergangenen Jahren eine emotionale Achterbahnfahrt hinter sich gebracht: Von himmelhoch jauchzend Ende der 1990er Jahre bis zu Tode betrübt noch vor wenigen Jahren“, sagt Michael Heise, Chefvolkswirt von Allianz und Dresdner Bank. 1995 zählte die Stadt Frankfurt 425 Kreditinstitute, 2004 waren es noch 324.

Die Befürchtung, der Bankenplatz Frankfurt könne langsam austrocknen, hat sich jedoch nicht bewahrheitet. Die deutschen Banken haben ihre Stammsitze in der Main-Metropole belassen. Die Situation der Banken und somit auch das Verhältnis zur Kommunalpolitik hat sich inzwischen entspannt. Die Stimmung sei gut und das Geschäft ziehe wieder an, berichten die Banker und zeigen sich optimistisch. „Die Perspektiven für den Finanzstandort Frankfurt sind wie der Aufbruch in den Frühling: mehr Sonne als Wolken“, philosophiert Klaus Elsner vom Bankenverband Hessen.

Mit Blick auf den Ausgang der Kommunalwahlen behaupten Frankfurts Banker offiziell, keine Präferenzen zu haben. „Es ist nicht weiter wichtig, welche Farbe in der Stadt regiert“, sagt Ben Tellings, Deutschland-Chef der ING Diba. „Wichtig ist nur, dass das Stadtparlament die Banken im Fokus behält und entsprechend handelt.“ Doch wer genau hinhört, erkennt bei den Forderungen an die Politik die Vorlieben der Branche. Ganz oben auf der Wunschliste der Finanzakteure stehen beispielsweise der Ausbau des Frankfurter Flughafens und eine Überarbeitung der Steuergesetze zu ihren Gunsten. „Ich wünsche mir eine echte Steuerreform mit wettbewerbsfähigen Steuersätzen für die Unternehmen“, sagt Michael Heise, Chefvolkswirt von Allianz und Dresdner Bank.

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