Fingerabdrücke werden erfasst
Aufenthaltskarte für Nicht-EU-Ausländer

Das Bundesinnenministerium will aus Drittländern Zugereiste künftig mittels einer elektronischen Aufenthaltskarte erfassen. Mit dazu gehört dann auch die Hinterlegung von Fingerabdrücken bei den Behörden. Ein entsprechendes Pilotprojekt soll noch in diesem Jahr starten.
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HB BERLIN. Deutsche Ausländerbehörden werden künftig von Mio. Bürgern ohne Pass eines EU-Landes Fingerabdrücke nehmen.

Das sei für die elektronische Aufenthaltskarte vorgesehen, die nach der Einführung des neuen elektronischen Personalausweises im November ausgegeben werden soll, bestätigte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Samstag einen Bericht der „Welt“. Daneben muss die Karte wie der Personalausweis für alle Bundesbürger auch ein digitales Foto aufweisen. Der neue elektronische Ausweis soll auch für Schweizer und ihre Familienangehörigen sowie solche US-Bürger gelten, die im Bundesgebiet einen Aufenthaltstitel brauchen.

Die Einführung der neuen Chipkarte für Ausländer war vor zwei Jahren EU-weit beschlossen worden. Der Ausweis im Scheckkartenformat ersetzt den Aufenthaltstitel, der in den Pass eines Ausländers eingeklebt wird. Die Einführung der digital lesbaren Karte, die zehn Jahre gültig bleiben soll, wird sich über mehrere Jahre hinziehen.

Jährlich beantragen oder verlängern nach Zahlen des Bundesinnenministeriums rund 1,1 Mio. Ausländer aus Drittstaaten einen Aufenthaltstitel in Deutschland.

Der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl schätzte die Gesamtzahl der Betroffenen in der „Welt“ auf 4,3 Millionen. Dazu könnten auch ausländische Familienangehörige von EU-Bürgern gehören.

Dem offiziellen EU-weiten Start der einheitlichen Aufenthaltskarte im Mai 2011 soll in Deutschland ab Herbst eine Testphase in 19 Ausländerbehörden vorausgehen - zunächst ohne die Beteiligung von antragstellenden Ausländern. Die Ausländerbehörden sollen die biometrischen Daten einlesen und an die Bundesdruckerei übermitteln, die dann die Karten herstellen soll. Die EU verlangte hohe Vorkehrungen gegen Fälschungen. Dies solle zur Verhinderung und Bekämpfung der illegalen Einwanderung und des illegalen Aufenthalts beitragen. Eine zentrale Speicherung von Fingerabrücken im Ausländerzentralregister ist laut Bundesinnenministerium nicht vorgesehen.

Eine Zusatzfunktion der neuen Karte soll dem Inhaber als Identitätsnachweis im Internet dienen. Durch eine Signatur lassen sich dort auch Geschäfte abschließen. Unklar ist noch, ob die Aufenthaltskarte genauso viel kosten wird wie der elektronische Personalausweis, für den Erwachsene 28,80 Euro zahlen sollen.

Kommentare zu " Fingerabdrücke werden erfasst: Aufenthaltskarte für Nicht-EU-Ausländer"

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  • Wann kommt denn endlich die Aufenthaltskarte für Deutsche im Nicht-EU-Ausland? Vorausgesetzt man hat das Glück, ein Visum für eine Geschäftsreise, einen Studienaufenthalt, für einen besuch von Freunden oder Familienangehörigen im Ausland oder einen Urlaub in der Türkei, in Thailand, Marokko, Algerien, auf den Malediven, in der Karibik oder wo auch immer tatsächlich erhalten zu haben - bei der Einreise werden als erstes Fingerabdrücke genommen, ein maschinenlesbares 3D-Konterfei angefertigt und die Deutschen-Aufenthaltsberechtigung begrenzt auf 10 Jahre ausgestellt. Vielleicht öffnet es den zuständigen Ministerien und behörden die Augen für ihre eigene Arroganz und Hochnäsigkeit, wenn mit unsereins mal ebenso verfahren würde, wie wir es mit Menschen ausländischer Herkunft anscheinend gerne tun.

  • Verzeihung Definition: Nicht-EU-Ausländer heißt?

    Der EU inländer, sprich beispielsweise die EU Roma sind erfasst und dürfen nicht mehr einreisen?

  • Der "Nicht EU bürger" ist erfasst und wenn er nur "einmal" nicht anerkannt und abgeschoben wird, ob zu recht oder Unrecht, er hat nie wieder eine Chance einzureisen.

    Die Technik macht es möglich, denn Abschiebungsprozess zu erleichtern und unerwünschte Menschen auszugrenzen.

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