Firmen wollen derzeit nicht mehr Personal einstellen
Neue Arbeitsplätze erst ab 2005 in Sicht

Die erste Hälfte dieses Jahres endete für den deutschen Arbeitsmarkt mit einem kleinen Hoffnungsschimmer. Saisonbereinigt hat sich die Arbeitslosenzahl endlich stabilisiert. Doch das markiert noch keine Trendwende.

DÜSSELDORF. Nach vier Monaten mit einem kumulierten Anstieg um fast 100 000 hat die Arbeitslosigkeit im Juni minimal um 1 000 abgenommen. Doch das markiert noch keine Trendwende. In dieser Einschätzung sind sich die Bundesagentur für Arbeit (BA) und die Volkswirte der Banken einig. Von einer Wende zum Besseren will Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der BA, erst sprechen, wenn die saisonbereinigte Zahl auch in den nächsten drei Monaten sinkt.

Die Rahmenbedingungen dafür sind allerdings nicht günstig. Die Zahl der Erwerbstätigen ist von Januar bis April saisonbereinigt um insgesamt 100 000 gesunken. Und noch gibt es keine Anzeichen dafür, dass der Abwärtstrend bald endet. Ohne die Förderung der Existenzgründungen durch die Arbeitsämter wäre der Rückgang sogar noch schärfer.

Obwohl sich die deutsche Industrie auf einem exportgetriebenen Erholungskurs befindet, lassen Umfragen nicht erwarten, dass sie im Inland demnächst mehr Personal einstellen als entlassen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass sich der Stellenabbau verlangsamt. „Noch ist die konjunkturelle Belebung nicht stark und dauerhaft genug, damit die Betriebe in der Summe wieder mehr Personal einstellen“, lautet das nüchterne Fazit von BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise zur Halbjahresbilanz auf dem Arbeitsmarkt.

Außerdem ist nicht ausgemacht, dass im Zuge steigender Beschäftigung auch die Arbeitslosigkeit entsprechend sinkt. Die Erfahrung aus früheren konjunkturellen Erholungsphasen zeigen, dass zunächst Personen aus der stillen Reserve mobilisiert werden, die sich im Abschwung vom Arbeitsmarkt zurückgezogen haben. Erst mit sich verstärkendem Wachstum besteht die Chance zum Abbau der Arbeitslosigkeit. Nach den bisher vorliegenden Prognosen wird die Arbeitslosenzahl deshalb 2004 im Jahresdurchschnitt nur wenig sinken. Die BA rechnet weiter mit einem Rückgang von 4,376 auf 4,34 Millionen.

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