Deutschland
Fischer lässt NS-Vergangenheit des Auswärtigen Amtes klären

Bundesaußenminister Fischer hat eine fünfköpfige Historikerkommission benannt, die die nationalsozialistische Vergangenheit des Ministeriums aufarbeiten soll. Nach Informationen des Handelsblatts sollen dem Gremium drei deutsche, ein amerikanischer und ein israelischer Historiker angehören.

BERLIN. Erstmals kommen die fünf Historiker Anfang September zusammen, um einen konkreten Arbeitsplan zu verabschieden. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes bestätigte diese Informationen auf Anfrage.

Der Kommission sollen Klaus Hildebrand (Universität Bonn), Eckart Conze (Universität Marburg), Norbert Frei (Universität Jena), Henry Turner (Yale-University) und Mosche Zimmermann (University of Jerusalem) angehören. Die fünf Historiker sollen eine unabhängig und wissenschaftlich fundierte Aufarbeitung des Themas garantieren. Hildebrand etwa hat ein Standardwerk zur Geschichte des „Dritten Reiches“ geschrieben. Frei hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie in der Bundesrepublik die NS-Vergangenheit aufgearbeitet wurde. Turner hat gerade die Kontakte des Automobilkonzern General Motors zu dem nationalsozialistischen Regime untersucht.

Der Start des Projektes wird vom Auswärtigen Amt finanziert. Um eine möglichst unabhängige Arbeit zu garantieren, wird aber auch eine Finanzierung durch wissenschaftliche Stiftungen erwogen. Inhaltlich soll die Kommission zum einen die genaue Rolle des Auswärtigen Amtes zwischen 1933 und 1945 untersuchen. Zudem soll sie klären, in welchem Umfang politisch belastete Diplomaten nach 1945 wieder eingestellt wurden. Der Untersuchungszeitraum dürfte dabei bis mindestens in die 60er-Jahre reichen. Am Ende der auf drei bis fünf Jahre geschätzten Untersuchung wird wahrscheinlich ein mehrbändiges wissenschaftliches Werk stehen.

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