Fleischskandal
Flüchtlinge erhielten verdorbenes Fleisch

Der Fleischskandal zieht weitere Kreise: In Bayern haben Flüchtlinge in staatlichen Unterkünften verdorbene Fleischprodukte erhalten. Der Vorfall fiel auf, weil ein Ayslbewerber wegen Übelkeit das Krankenhaus aufgesucht hatte. Sofort wurden entsprechende Nachforschungen angestellt.

HB MÜNCHEN. Die Behörden hätten bei den letzten Ausgaben der Lebensmittelpakete 500-Gramm-Tiefkühlpackungen mit Hähnchenbrust verteilt, deren Haltbarkeit schon seit Oktober 2005 abgelaufen war. Dies berichtete der Bayerische Flüchtlingsrat am Freitag. Die zuständige Bezirksregierung von Oberbayern bestätigte die Ausgabe von Produkten, bei denen die Mindesthaltbarkeit überschritten war.

Die Behörde betonte, sie habe sofort entsprechende Maßnahmen eingeleitet. In neun Unterkünften konnten demnach noch 324 abgelaufene Produkte sichergestellt werden. Die entsprechenden Essenspakete seien am Donnerstag ausgeliefert worden. Ein Asylbewerber in Neuburg an der Donau hatte am Donnerstagabend wegen Übelkeit ein Krankenhaus aufgesucht und auf die Überschreitung des Mindesthaltbarkeitsdatums hingewiesen. Daraufhin waren entsprechende Nachforschungen eingeleitet worden. Nach Angaben des Flüchtlingsrates klagten auch Asylbewerber in München über Beschwerden.

Mit Äußerungen wie „Fleischskandal im Essenspaket“ und „Regierung von Oberbayern verteilt Gammelfleisch an Flüchtlinge“ prangerte der Flüchtlingsrat den Vorgang an. „Flüchtlinge, die gegen die Vergabe von Essenspaketen protestieren, werden von der Regierung von Oberbayern immer abgefertigt, es sei doch alles bestens“, hieß es in einer Mitteilung des Flüchtlingsrates.

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