Flexibleres Studium
Studenten sollen entlastet werden

Kultusminister und Hochschulrektoren wollen die Studierenden entlasten. Gemeinsam vereinbarten sie, dass das Studium künftig entschlackt werden soll. Die Arbeitsbelastung der Studenten soll sinken und die Prüfungen reduziert werden.
  • 0

BERLIN. Für ein sogenanntes Modul aus diversen Vorlesungen und Seminaren – beispielsweise „Grundlagen der BWL“ oder „Investition und Finanzierung“ – soll es künftig nur noch eine Prüfung geben. Daneben sollen die Hochschulen für eine leichtere Anerkennung von Scheinen im In- und Ausland sorgen.

Damit versuchen die Minister und Rektoren den seit Wochen streikenden Studenten entgegenzukommen. Diese kritisieren die Stofffülle, das Übermaß an Prüfungen und die mangelnde Mobilität – und haben damit breite Unterstützung erfahren. Nun sei es für die Demonstranten „an der Zeit, wieder zu einem geregelten Studienbetrieb überzugehen“, heißt es in einer Erklärung der Minister und Rektoren.

Auch die Strukturvorgaben für die Hochschulen sollen flexibilisiert werden. Bislang sehen diese etwa eine Dauer des Bachelor von sechs bis acht Semestern vor. Die große Masse der Studiengänge ist aber nur auf sechs angelegt.

In deutlichen Worten hat unterdessen der Stifterverband der Wirtschaft für die Wissenschaft speziell die Technischen Universitäten aufgefordert, sich endlich konstruktiv auf die Bologna-Reform einzulassen. „Die Technischen Universitäten machen es sich zu einfach, wenn sie Wirtschaft und Politik den Schwarzen Peter zuschieben. Durch ihre beharrliche Weigerung, sich konstruktiv auf den Bologna-Prozess einzulassen, haben sie die Probleme geschaffen, die sie jetzt beklagen“, sagte der Generalsekretär Andreas Schlüter. Die TU hätten „über viele Jahre den Abschluss des Diplom-Ingenieurs verteidigt, statt die überholte Trennung von Theorie und Praxis in den alten Studiengängen aufzugeben und fachlichen Ballast abzuwerfen“.

Zuvor hatte der Präsident der neun führenden TU, der Rektor der Uni Karlsruhe, sich mit den streikenden Studenten solidarisiert und Wirtschaft und Politik in die Pflicht genommen. Der Chef des Stifterverbandes fügte hinzu: „Es kommt bei akademischen Abschlüssen nicht auf die Verpackung an, sondern auf das Wissen und Können der Absolventen.“

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " Flexibleres Studium: Studenten sollen entlastet werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%