Flop-Airport: Soll doch Benedikt den Berliner Flughafen bauen

Flop-Airport
Soll doch Benedikt den Berliner Flughafen bauen

Horst Amann kam als Hoffnungsträger, er sollte den Pannen-Airport BER retten. Noch ist davon nichts zu sehen. Die Berliner Wirtschaft lud den Technikchef deshalb zum Gespräch - und bekam teilweise vieldeutige Antworten.
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BerlinNasskalt, keine Sonne, nur trübe Aussichten. Das Berliner Wetter passt zur Stimmung: Genauso undurchsichtig ist der Blick auf den inzwischen viermal verschobenen Start des Hauptstadtflughafens BER. Das ärgert viele – besonders die Berliner Wirtschaft, die die ewigen Ungewissheiten satt hat. „Die Unklarheit beim Flughafen läuft konträr zur zunehmenden Internationalisierung der Berliner Wirtschaft“, brachte der Präsident der der örtlichen Industrie- und Handelskammer (IHK), Eric Schweitzer, den Unmut unlängst auf den Punkt. Das betrifft nicht nur den hiesigen Tourismus, sondern auch fast alle anderen Bereiche der Berliner Wirtschaft. Doch wie kann noch Schlimmeres verhindert werden?

Es ist nicht einfach, klare Antworten auf die vielen drängenden Fragen zu bekommen, zumal es immer noch keinen neuen Flughafenchef gibt und der neue Aufsichtsratsvorsitzende, der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), mit seinen Äußerungen zum Nachtflugverbot eher für noch mehr Verwirrung sorgt. Einzig der Technikchef des BER, Horst Amann, scheint einigermaßen den Überblick über das Milliarden-Projekt zu haben.

Die Verantwortung nimmt er ernst, so ernst, dass er auch den Gang in die Höhle des Löwen wagt. Dorthin, wo sich Kaufleute und Industrielle versammelt haben, um ihn zu löchern und zu fragen, wie es um Airport steht.

Der Andrang ist groß im Goldbergsaal des Ludwig-Erhard-Hauses im Berliner Bezirk Charlottenburg. Manager, Architekten, Juristen und Unternehmensberater haben sich versammelt, um den Mann zu hören, der wohl derzeit den schwierigsten Job in Deutschland hat. Technikchef am Berliner Pannen-Flughafen – ein Himmelfahrtskommando. Amann muss die Aufgabe bewältigen.

Im vergangenen Sommer hat die Flughafengesellschaft den Bauingenieur geholt, den erfahrenen Haudegen - als „Retter in der Not“, damit eine Eröffnung 2013 klappt. Amann hat das nicht hinbekommen, die Probleme sind zu gewaltig, der Start wurde erneut verschoben – auf irgendwann. Amann will sich auch heute nicht festlegen, sagt nur so viel, dass es wohl im dritten Quartal Gewissheit über den Termin geben werde. „Daran werde ich mich messen lassen müssen.“

Es ist der erste große öffentliche Auftritt des Bauingenieurs, der nach dem unrühmlichen Abgang von Geschäftsführer Rainer Schwarz die Fäden in der Hand hält. Amann ist bemüht, die Wogen zu glätten, spricht von Ruhe, die jetzt einkehren müsse, damit dann mit „Augenmaß“ die nächsten Schritte gegangen werden können.

Er will aber auch „schonungslos“ die Fakten benennen, die das Desaster erst möglich machten. „Das Projekt ist havariert“, gibt er unumwunden zu. Er sagt das auch, um nicht Gefahr zu laufen, etwas zu relativieren, was sich längst nicht mehr relativieren lässt. Die vernichtende Analyse nimmt man ihm, dem Techniker ab.

Immerhin hat Amann schon Riesen-Projekte gestemmt. Für den Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat er den Bau der neuen Landebahn sowie die Planung des Terminals 3 verantwortet, für die Deutsche Bahn den Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Frankfurt und Köln. Die Aufgabe in Berlin aber ist die bisher schwerste in seiner Karriere.

Er bereut den Job aber offenkundig nicht. Amann gibt sich kämpferisch:  „Wir bringen den Bau auf die Erfolgspur zurück“, sagt er. Der BER werde ein „richtig guter“ Flughafen. Der Airport werde zum Start „topfit“ sein und er werde an Kapazitäten das liefern, was gebraucht werde.

Kommentare zu " Flop-Airport: Soll doch Benedikt den Berliner Flughafen bauen"

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  • Das Problem ist, dass die technisch Verantwortlichen eigentlich wissen, dass große Teile des Flughafens durch kurzfristige Umplanungen während der Bauphase massiv verunstaltet wurden, was nun eigentlich eine großflächige Entklernung bzw. einen Abriss notwendig machen würde, um solide und zukunftsorientiert neu anzufangen. Dies blockiert jedoch die betroffene Politik, die nicht noch mehr ihr Gesicht verlieren will. Dass Platzeck als einer der Hauptverantwortlichen weiterhin im Aufsichtsrat sitzt, ist in diesem Zusammenhang mehr als unglücklich.

  • Dieser Stadt ist nicht mehr zu helfen....nebenbei will man jetzt Künstlerstadt sein, während man sich selbst nicht finanzieren aber alle Welt durchfüttern kann. Rütlischule und Co. lassen grüssen.

  • Gute Idee! Baut der amtlich verflossene Papst Benedikt den BER! Ein zweites, katholisches Istanbul ala Hagia-Sophia oder auch St. Pauls Cathedral London entsteht in Berlin und macht diese hässliche Stadt, wo die Neuzahl psychischer Erkrankungen 20 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegt (!!) vielleicht auch schöner!

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