Flucht- und Verdunklungsgefahr
Ein Verdächtiger des Potsdamer Überfalls ist wieder in Haft

Einer der beiden Verdächtigen im Fall des in Potsdam lebensgefährlich verletzten Deutsch-Äthiopiers befindet sich wieder in Untersuchungshaft.

HB BERLIN. Das Landgericht habe der Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen die Aussetzung des Haftbefehls gegen den 29-jährigen Björn L. stattgegeben, teilte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Freitag mit. Das Gericht sehe nach wie vor Flucht- und Verdunklungsgefahr als gegeben an.

L. sei gegen 17.00 Uhr von Polizisten festgenommen und wieder ins Gefängnis gebracht worden. Das Amtsgericht hatte den Mann am 2. Juni gegen Meldeauflagen aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn den dringenden Tatverdacht der gefährlichen Körperverletzung, die mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden kann.

L. und ein 30-Jähriger werden beschuldigt, den 37-jährigen Deutsch-Afrikaner am Osterwochenende durch Schläge lebensgefährlich verletzt zu haben. Zeitweilig hatte die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen in dem Fall an sich gezogen, den sie zunächst als versuchten Mord mit fremdenfeindlichem Hintergrund gewertet hatte. Da den Beschuldigten ein Tötungsvorsatz nicht sicher nachgewiesen werden kann, gab die oberste Anklagebehörde den Fall am 26. Mai wieder an die Potsdamer Staatsanwaltschaft ab. Mittlerweile wird nicht ausgeschlossen, dass das Opfer die Schläge provozierte. Nach früheren Angaben seines Anwalts hat L. die Tatvorwürfe bestritten.

Die beiden Männer waren im April verhaftet und am 23. Mai wieder freigelassen worden. L. wurde tags darauf wieder in Untersuchungshaft genommen, weil er sich gegenüber einem Mithäftling der Tat gerühmt haben soll. Er war dann am 2. Juni erneut freigelassen worden.

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