Flüchtlinge
Angekommen in München – erstmal

Die ersten Flüchtlinge sind über Budapest und Wien in München angekommen. Bayerns Innenminister Herrmann versichert, sie würden nicht nach Ungarn zurückgeschickt. Doch wer bleiben darf, ist unklar.
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Budapest/München/WienIn den Flüchtlingszügen aus Ungarn sind nach Polizeiangaben allein am Montagabend 3650 Asylsuchende in Wien angekommen. Ein Großteil davon habe sich auf die Weiterreise nach Deutschland begeben, sagte ein Sprecher der Wiener Polizei am Dienstagmorgen. Lediglich sechs Afghanen hätten Asyl in Österreich beantragt.

In den vergangenen Monaten waren Migranten ohne die nötigen Reisedokumente immer wieder aus den Grenzzügen aus Ungarn geholt worden. Doch diesmal griff die Polizei nicht ein. Am Nachmittag bildeten sich vor den Ticketschaltern am Budapester Ostbahnhof lange Schlangen. Die meisten der Wartenden gaben an, aus dem Bürgerkriegsland Syrien zu stammen.

Flüchtlinge in Deutschland
Zahl der Erstanträge

Januar bis Juli 2015


Nach der Einreise rund 400 Flüchtlinge aus Ungarn in Deutschland hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zugesichert, diese nicht dorthin zurückzuschicken. Die Neuankömmlinge würden in Bayern registriert und in die Aufnahmeeinrichtungen gebracht, sagte Herrmann am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Das sei „selbstverständlich“.

Er wisse bisher nicht, warum Ungarn plötzlich den in Budapest wartenden Migranten die freie Weiterfahrt nach Deutschland erlaubt habe. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und er seien bemüht, rasch von Ungarn zu erfahren, wie es in den nächsten Tagen weitergehen solle.

Laut dem Dublin-System ist eigentlich dasjenige EU-Land für die Aufnahme von Flüchtlingen und die Bearbeitung ihrer Asylanträge zuständig, in dem sie erstmals die Europäische Union betraten. Angesichts des starken Anstiegs der Flüchtlingszahlen lassen Italien, Griechenland und Ungarn, wo die meisten Flüchtlinge in die EU gelangen, die Migranten aber inzwischen weitgehend unkontrolliert weiterreisen. Am Montag erlaubten die ungarischen Behörden tausenden Migranten, die seit Tagen am Hauptbahnhof in Budapest auf die Weiterfahrt warteten, unkontrolliert in Züge nach Deutschland zu steigen.

Unterdessen wurde am Dienstag im bayerischen Manching ein sogenanntes Balkan-Zentrum eröffnet, in dem die Asylanträge von Migranten aus den Balkanländern behandelt werden. Herrmann sagte, es handele sich dabei um „eine spezialisierte Erstaufnahmeeinrichtung“ für Migranten vom Balkan, die nur in "Einzelfällen" Asyl in Deutschland erhielten. Das Ziel sei es, damit die „Effizienz“ des Asylverfahrens zu erhöhen und den ganzen Prozess in einer Einrichtung abzuwickeln, ohne die Migranten im Land herumschicken zu müssen. Das Verfahren solle so in sechs Wochen abgeschlossen werden.

Kommentare zu " Flüchtlinge: Angekommen in München – erstmal"

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  • "Herrmann wisse bisher nicht, warum Ungarn plötzlich den in Budapest wartenden Migranten die freie Weiterfahrt nach Deutschland erlaubt habe."
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    Na weil die größte Bundesregierung aller Zeiten Ungarn für die Blockadepolitik massiv kritisiert und unter Druck gesetzt hat, dass die damit auch gleichzeitig andeuten, dass sie alle Migranten aufnehmen wollen haben unser Politiker entweder wie üblich nicht bedacht oder wir werden wieder einmal belogen und betrogen.
    Wenn das noch einige Zeit so weitergeht, dann kämpfen schwarz, rot und grün bei der nächsten Wahl mit der Fünfprozenthürde.

    Dank der wie irre agierenden Bundesregierung ist die private Zukunft der Bürger nicht länger sicher planbar, zu viel Chaos, Sprunghaftigkeit und Unberechenbarkeit sowie eine Regierung, die Recht, Verträge und Gesetze immer häufiger nicht nur bis zur Bruchgrenze dehnt, sondern komplett missachtet.

    Wo bleibt da das Verfassungsgericht oder ist das wie der ÖR auch schon ein unterwürfiger Sklave der Politik?

  • @ Herr Joachim Stock

    >> Sie sind mit an der Macht, bestimmen mit und haben das Land verändert. >>

    Die Grünen sind in meinen Augen einer Splitterpartei der SPD.......ein Linker, schwuler, pädophiler Flügel einer schmarotzender Sozipartei.

    Ob dieser Haufen weiterhin bei der SPD verweilt hätte, oder sich als Grüner Gutmenschen-Haufen abgesondert hat, spielt keine Rolle !

    Die Grünen sind eine Polit-Sekte, deren Zenit bereits bei weitem überschritten ist.



  • @Ringo: Almdudler-Land ist gewiss nicht Bayern, sondern Österreich. Hättest mal aufgepasst in der Schule. Aber egal ... erstmal ne dicke Lippe riskieren ...

    Da sei doch erinnert an die gute, alte Weise: "Wenn man vom Thema keine Ahnung hat, einfach mal die Goschen halten."

    Noch eins: Die Bayern zahlen dein Leben!

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