Flüchtlinge, Euro, Griechenland
„Reizfigur“ Schäuble bringt SPD in Rage

Im Jauch-Talk spricht Schäuble über seine Rolle in Krisenzeiten. Er verteidigt sich gegen Anwürfe aus der SPD, die ihn als „Reizfigur“ und „oberlehrerhaft“ beschimpft. Damit provoziert der Minister neue, scharfe Kritik.

BerlinIn der Großen Koalition ist ein heftiger Streit über die Rolle von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in der Debatte um eine Bewältigung der Flüchtlingskrise entbrannt. Hintergrund ist die scharfe Kritik von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) an Schäuble.

Schulz hatte im „Spiegel“ die harte Haltung mancher europäischer Regierungen in der Flüchtlingsfrage als Retourkutsche „an gewissen Leuten in der Berliner Wilhelmstraße“ bezeichnet. In der Wilhelmstraße hat das Bundesfinanzministerium von Ressortchef Schäuble seinen Sitz. Der Minister sei „für viele eine Reizfigur“, sagte Schulz.

Der Sozialdemokrat äußerte zwar Verständnis dafür, wenn Schäuble verlange, dass sich die Europartner an die Regeln hielten, etwa beim Stabilitäts- und Wachstumspakt. „Aber wenn man ständig nur auf die eigene Interpretation pocht, wirkt das schnell oberlehrerhaft“, betonte der Sozialdemokrat.

Mit Blick auf den Euro und die Griechen warf Schulz Schäuble zudem indirekt vor, mächtig mit den Muskeln gespielt zu haben. Und „ganz scharf darauf“ gewesen zu sein, „den anderen einzuhämmern, sich ein Beispiel am deutschen Modell zu nehmen“. Nun sei aber „Payback-Time in Brüssel, jetzt kriegen wir die Quittung für dieses Verhalten“, so Schulz.

Schäuble konterte die Attacken im ARD-Talk von Günther Jauch am Sonntagabend. „Ich begebe mich ungern auf das Niveau“, sagte der CDU-Politiker. Der Präsident des Europäischen Parlaments könnte ein bisschen mehr Wert darauf legen, dass man ihn auch ernst nehmen kann.“

Manche würden über Schulz sagen, so Schäuble weiter, er werbe auf die Weise bei seinen Genossen darum, in die Bundespolitik zu kommen. „Das muss man nicht ernst nehmen, lassen Sie uns über etwas Vernünftiges reden.“ Und er fügte mit Blick auf Griechenland hinzu: „Mir einen Mangel an europäischer Solidarität vorzuwerfen, hat mit Sachkenntnis und Personenkenntnis wenig zu tun.“

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„Das mit der Lawine, das ist mir sehr ernst“

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