Flüchtlinge in Deutschland: Hunderttausende Asylanträge fluten Behörden

Flüchtlinge in Deutschland
Hunderttausende Asylanträge fluten Behörden

Hunderttausende Asylanträge türmen sich bei den Behörden, neue Mitarbeiter sollen her. Schlimm ist das vor allem für viele Flüchtlinge. Sie warten auf Klarheit darüber, ob sie in Deutschland bleiben dürfen oder nicht.
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BerlinTrotz der Einstellung Tausender neuer Mitarbeiter könnte es aus Sicht des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) weiterhin einen Berg unerledigter Asylanträge geben. Das führt Behördenchef Frank-Jürgen Weise auch auf den Umstand zurück, dass mehrere hunderttausend Flüchtlinge, die schon länger in Deutschland sind, erst jetzt einen Asylantrag stellen werden.

„Wir gehen davon aus, dass 300.000 bis 400.000 Flüchtlinge im Land sind, die noch keinen Antrag gestellt haben. Dazu kommen 370.000 Altfälle, über die noch entschieden werden muss“, sagte Weise der „Passauer Neuen Presse“.

Darüber hinaus werde es in diesem Jahr noch Kapazität geben, um über 500.000 neue Fälle zu entscheiden. „Alles, was darüber hinausgeht, wird einen neuen Antragsrückstau bedeuten. Wir müssten diese Anträge dann ins Jahr 2017 schieben.“ Insgesamt könne es das Bundesamt schaffen, in diesem Jahr mehr als eine Million Verfahren von Flüchtlingen abzuschließen. Allein im Januar und Februar wurden in Deutschland über 150.000 angekommene Flüchtlinge registriert.

Mit Blick auf die Warnung von SPD-Chef Sigmar Gabriel, in der Bevölkerung könne der Eindruck entstehen, es werde nur etwas für Flüchtlinge getan, nicht aber für die Bürger, sagte Weise: „Bei den Langzeitarbeitslosen ist kein Cent gespart worden. Die Förderung wird fortgesetzt. Es gibt keine Benachteiligung.“

Gabriel hatte ein „neues Solidaritätsprojekt“ für die deutsche Bevölkerung verlangt und war damit auf scharfe Kritik bei der Union gestoßen. Die Menschen müssten merken, „dass ihre Bedürfnisse nicht weiter unter die Räder geraten“, sagte der Vizekanzler vor wenigen Tagen in der ZDF-Sendung „Maybritt Illner“. Neben den Ausgaben für die Integration von Flüchtlingen müsse es mehr Geld für sozialen Wohnungsbau und mehr Kita-Plätze für alle geben. Niedrige Renten müssten aufgestockt werden.

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  • Es wird auf gut geführte Internierungszentren hinauslaufen. Andernfalls bleibt hier nicht nur der Frieden auf der Strecke sondern auch die Humanität. Was da in Mazedonien, Chalais etc. abgeht ist erst der Anfang. Tausende stauen sich schon, gehen über die Autobahnen...

  • Liebe Leser. Die Kommentarfunktion ist geschlossen. Leserbriefe und interessante Beiträge zur Debatte nehmen wir gerne unter debatte@handelsblatt.com entgegen. Beste Grüße aus der Redaktion

  • Die Kriegsflüchtlinge sind doch sicher bei uns, bis der Krieg in Syrien vorbei ist. Was soll dieses Geschachere (von den Linksparteien wie Grüne und SPD) um möglichst schnell zu bearbeitende Asylanträge? Das dient diesen Parteien nur dazu, möglichst schnell, möglichst viele Fremde in Deutschland zu installieren, um ihre gesellschaftsverändernden Ziele durchzusetzen. Das ist ein perfides Spiel von Gabriel und Göring-Eckard, um die deutsche Gesellschaft zu beseitigen.

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