Flüchtlinge in Deutschland
Was Angela Merkel in Heidenau erwartet

Tagelang wüteten Rechtsextreme vor einer Notunterkunft für Flüchtlinge in Heidenau. Lange hat Angela Merkel dazu geschwiegen. Heute will die Kanzlerin den Ort des Geschehens besuchen. Wir haben uns schon mal umgehört.
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Die Kiste Bier, die der Rentner aus dem Einkaufswagen in den Kofferraum hievt, scheint heute schwerer als sonst. Jedenfalls knallen die Flaschen auf die Ladefläche, mit Nachdruck schiebt er sie nach hinten. Vielleicht liegt es an seiner Wut auf das, was sich seit Tagen in seinem Heimatort Heidenau abspielt. „Die Rechtsradikalen, das sind hirnverbrannte Leute“, schimpft er. Die Notunterkunft der Flüchtlinge, vor der am vergangenen Wochenende der rechtsradikale Mob wütete, kann er von dem Parkplatz der Real-Supermarktfiliale gut sehen. Er schäme sich für das Bild, das ganz Deutschland nun von Heidenau habe.

Heute hat sich die Kanzlerin zum Besuch angekündigt. Von der Gewalt vom Wochenende wird sie nicht mehr viel sehen. Gegenüber dem ehemaligen Baumarkt, wo rund 400 Flüchtlinge ihre vorläufige Heimat gefunden haben, liegt eine Filiale der Supermarktkette Real. Am Morgen vor dem Besuch von Angela Merkel herrscht hier normale Betriebsamkeit. Die Kunden kommen aus dem Nachbarort Pirna, oder aus Heidenau. Ab und zu kommen Polizisten und versorgen sich mit Essen und Getränken. Man sei froh, dass sie da seien, sagen einige Kunden. Ansonsten keine Polizeipräsenz auf dem Parkplatz, keine Absperrung. Der Filialleiter demonstriert Gelassenheit.

Am vergangenen Wochenende war das anders. Auf dem Parkplatz vor dem Supermarkt kam es zu Ausschreitungen, auch hier randalierten die Rechtsradikalen. Zur Sicherheit sei der Supermarkt  am Samstagabend in Absprache mit der Polizei eine Dreiviertelstunde früher geschlossen worden, sagte ein Sprecher von real. Auch am Montagabend, als die Gewalt erneut aufflammte, musste die Filiale erneut eine Stunde früher schließen. Die Polizei nutzte das Gebäude der Supermarktkette auch, um vom Dach das Geschehen vor der Notunterkunft zu filmen.

Seither wartet die Geschäftsleitung auf Antworten, wie in Zukunft mit der Situation umgegangen werden kann. Denn dass es erneut zu Krawalle auf dem Areal des Gewerbegebietes kommt ist nicht ausgeschlossen. Am Dienstag habe es erste Gespräche mit der Stadt über ein Sicherheitskonzept gegeben. Allerdings bisher ohne Ergebnis. Man habe verstanden, dass für ein umfangreiches Sicherheitskonzept das Land zuständig sei, sagte der Sprecher. Vom Freistaat Sachsen habe man hierzu jedoch noch nichts gehört.

Anja Stehle
Anja Stehle
Handelsblatt / Redakteurin

Kommentare zu " Flüchtlinge in Deutschland: Was Angela Merkel in Heidenau erwartet"

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  • Billige Herabwürdigung
    Es ist nicht so , wie die ganzen mainstreamschleimenden Portale (ob Focus, ob Spiegel, ob FAZ u.s.w.) schreiben: Das sind neben einigen Rechten überwiegend ganz normale Bürger dieses Landes. Die haben Angst um Ihren Lebensraum.
    Wer Duisburg sieht, weiß Bescheid und glaubt nicht mehr an eine Integration.
    Ob Schwarzafrikaner, Balkangeborene oder einfac Muslime: Die passen -in großer Menge angereist einfach nicht in unseren Kulturkreis. Dies sage ich, trotz aller berechtigter Flüchtlingssolidarität. Sollen doch die Leute , die vom IS vertrieben wurden einige Jahre hier bleiben, aber dann zurück um ihr Land wieder aufzubauen. Das trifft aber nicht zu für den Großteil der schwarzafrikanischen jungen Männer, die die Boote zu 80% bevölkern. Die werden uns hier nur Gewalt und Stress bringen, in ihren Heimatländern infiltriert. HIer müssen LÖsungen gefunden werden, die das Überleben der deutschen Nation sichern. Multikulti gibt es nur in gesteuerten kleineren Enklaven. Wer das nicht akzeptiert., der wird sich binnen 10 Jahren umorientieren müssen.

  • >> Was Angela Merkel in Heidenau erwartet >>

    Ich habe bei der Berichterstattung im TV vernommen, dass man der Merkel zig tausendfach durch die Bewohner entgegenbrachte :

    " Hier ist das PACK ! "


  • Immerhin ..In Marxloh bewirkte der Besuch von Bundeskanzlerin , Frau Dr. Angela Dorothea Merkel , die in der DDR als Physikerin ausgebildet wurde und auch dort gearbeitet hat, dass das Ordnungsamt mal Müll weggeräumt hat , der den Normalbürgern ( von Gabriel auch Pack genannt ) schon monatelang gestunken hat . Man sieht , es bewegt sich was wenn die Frau Bundeskanzlerin , Dr. Angela Dorothea Merkel zu Besuch kommt .
    Demnächst müssen dann sie Fassaden bis auf Blickhöhe ( aus den Fenstern der Luxuslimosinen) , gestrichen werden und die Frau Bundeskanzlerin , Dr. Angela Dorothea Merkel , steigt erst garnicht mehr aus , weil sie täglich 11 Wirkungsstätten besorgter Bürger ( von Gabriel auch Pack genannt ) besucht !

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