Flüchtlinge in Deutschland
Zahl der Migranten fällt auf Jahrestief

Die Schließung der Balkanroute und das Abkommen mit der Türkei zeigen Wirkung: Die Zahl der nach Deutschland einreisenden Migranten hat im Mai einen neuen Tiefstand in diesem Jahr erreicht.

BerlinDie Zahl der nach Deutschland einreisenden Migranten hat im Mai einen neuen Tiefstand in diesem Jahr erreicht. Bundesweit seien im vergangenen Monat 4470 Flüchtlinge über die Grenze gekommen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei am Mittwoch auf Anfrage in Potsdam. Dies waren im Schnitt 144 am Tag. In Bayern seien 3158 neue Flüchtlinge erfasst worden – im Schnitt 101 Personen pro Tag.

Im April waren der Bundespolizei zufolge 5485 Migranten ins Land gereist, in etwa ebenso viele wie im März mit rund 5500. Im Februar waren noch 38.570 und im Januar 64.700 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen.

Die Zahlen der Bundespolizei beruhen auf Kontrollen im Grenzgebiet. Der starke Rückgang wird vor allem mit der weitgehenden Abriegelung der Balkanroute begründet.

Zu unterscheiden sind die sogenannte Easy-Zahlen, die auf Registrierungen der Bundesländer in den Erstaufnahmezentren beruhen, um die Schutzsuchenden nach einem festgelegten Schlüssel auf die einzelnen Länder zu verteilen. Diese fielen mit knapp 16.000 Asylsuchenden im April und 20.600 Personen im März deutlich höher aus als die Angaben der Bundespolizei. Das hängt in starker Weise mit Nachregistrierungen, aber auch mit Doppelmeldungen zusammen. Die neuen Easy-Zahlen wie auch die Asylanträge für Mai stehen noch aus.

Trotz der geschlossenen Balkanroute trafen in diesem Jahr nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bislang 156.000 Menschen in Griechenland ein. Im Vorjahr waren dort bis Ende Mai 40.300 Menschen angekommen. Zwar lassen Mazedonien und andere Länder entlang der Route keine Flüchtlinge mehr durch, einige Migranten versuchen jedoch ihr Glück mit Hilfe von Schleusern. Nach Angaben von IOM wie auch der Bundesregierung zeichnet sich bislang nicht ab, dass Syrer und Iraker auf die zentrale Mittelmeerroute von Afrika nach Italien ausweichen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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