Flüchtlinge in Frankfurt/Oder
Herberge gesucht

Im Hotel Ramada in Frankfurt an der Oder ist die vierte Etage gesperrt. Dort leben Ali und 100 weitere Flüchtlinge bei laufendem Hotelbetrieb. Denn es gibt nicht genug Platz für alle Flüchtlinge. Ein Besuch vor Ort.
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Frankfurt an der Oder/EisenhüttenstadtAli hat zu tun. Der Syrer hat sich eine Küchenschürze umgebunden und serviert seinen Landsleute das Essen. Reis mit Linsen gibt es heute, dazu Salat. In seinem Heimatland hat er als Koch gearbeitet, jetzt ist er mit Frau und den beiden Kindern in Frankfurt an der Oder in Brandenburg gelandet, im Hotel Ramada, das derzeit 100 Flüchtlingen Unterkunft bietet. Dort leben sie seit zwei Wochen, bei laufendem Hotelbetrieb, weil in der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung im benachbarten Eisenhüttenstadt Plätze fehlen. Die komplette vierte Etage ist für die Flüchtlinge reserviert, Zimmer 418 dient als „Ambulanz“.

Möglicherweise wird das ein wenig abseits vom Zentrum liegende Hotel bald vollständig Flüchtlingsunterkunft. Die brandenburgische Landesregierung verhandelt mit der H-Hotels AG, zu der das Ramada gehört, darüber, das Hotel komplett anzumieten. Dann könnten weitere 250 Flüchtlinge untergebracht werden, nächste Woche soll die Entscheidung fallen. Das wäre auch nötig. Denn die Kapazitäten der Stadt sind erschöpft.

Im Stadtzentrum ist der private Immobilienunternehmer Carsten Ehlert gerade dabei, die letzten Arbeiten an einem ehemaligen viergeschossigen Bürohaus erledigen zu lassen, das ebenfalls bald Flüchtlingsunterkunft werden soll. Eine Feuertreppe muss noch nachgerüstet werden, dann könnte das Haus dem Land übergeben werden. Platz bietet das Haus für 100 Flüchtlinge. Ein Riesengeschäft wäre das für ihn nicht, wenn auch etwas hängen bliebe. „Entscheidend ist jedoch, den Flüchtlingen schnell eine Unterkunft zur Verfügung stellen zu können.“ Doch er weiß: Bei der Menge an Flüchtlingen sind diese 80 bis 100 Plätze nur „ein Tropfen auf den heißen Stein“.

Am Ende wird alles Engagement nicht reichen. Im ersten Halbjahr 2015 registrierte Brandenburg 5.818 Neuzugänge. Im August dann waren es dann schon 2.265. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter geht mittlerweile von rund 30.000 Flüchtlingen in diesem Jahr aus. „Wir sind mit der Kapazität am Rande“, heißt es im brandenburgischen Innenministerium. Das Bundesamt könne wegen der anhaltend hohen Zahl neu ankommender Flüchtlinge mit der Bearbeitung der Asylanträge nicht mehr Schritt halten.

Die Zentrale Erstaufnahmeeinrichtung (ZABH) in Eisenhüttenstadt ist angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen zwar stetig erweitert worden. Jahrelang reichten dort die alten Wohnblöcke auf dem ehemaligen Kasernengelände aus, 500 Plätze waren verfügbar. Inzwischen stehen dort zusätzliche Wohncontainer und Zelte auf Europaletten – die aber nicht beheizbar sind und bis Oktober, maximal November genutzt werden können. Im Aufbau ist eine Außenstelle in Doberlug-Kirchhain, dort sollen die ersten 350 Plätze ab Dezember zur Verfügung stehen.

Kommentare zu " Flüchtlinge in Frankfurt/Oder: Herberge gesucht"

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  • Wenigstens hier, wenn man die Kommentare liest, hat man das Gefühl nicht der Leute Deutsche mit Verstand zu sein ...
    Es kann und wird nicht gut gehen Massen von kulturfernen Menschen hierher zu LOCKEN.
    Spätestens in ein paar Jahren wird es hier wie in Frankreich sein. Perspektivlose junge Migranten werden Anschläge an der Bevölkerung verüben und keiner will dann Schuld daran haben.

    Danke Mutti und der Dicke.

  • Hallo Frau Steer,

    ja in den SPD regierten ballungszentren werden CDU Wähler ausgegrenzt und alsNazis diffamiert- jeder der es wagen sollte das aktuelle Chaos zu kritisieren wird von SPD und gewerkschaftlich dominierten Belegschaften ausgegrenzt und braucht sich als leiharbeiter keine Hoffnung auf eine Übernahme zu machen- ich wusste auch noch nicht das alle Kritiker dieser Asyl griechenschulden chaotenpolitik braune Hemden tragen- wenn es so weitergeht können wir sicherlich parallelen in die Weimarter Republik ziehen.

    Hat der GZSZ-, DSDS- Lindenstrassegeschädigte Deutsche denn gar nichts gelernt?
    Dieser ganze blinde Aktionismus sog. Gutmenschen und die dazugehörigen total tollen Medien und Willkommenskulturer beweihräuchern sich doch selbst- in wenigen Jahren wird hier das totale Chaos herrschen und dann will es wieder keiner gewesen sein den Menschen offen und deutlich zu sagen das ein Daueraufenthalt von 4 bis 5 Mio Asylanten nicht mehr finanzielle und gesellschaftlich tragfähig ist. Auch die in Syrien gebliebenen Kämpfer, die die IS weggejagt haben und die Städte aufbauen Geschäfte eröffnen usw werden durch unser tolles verhalten benachteiligt da sie nämlich kein Geld bekommen obwohl sie alles richtig machen und Arbeitskräfte fehlen das Land wieder aufzubauen. Das sollte man fördern und nicht den Wegzug in die Sozialkassen.

    Gute Nacht Deutschland

  • Herr Michael Müller [10:34 Uhr]: Sie fragen sich, wie es die Regierung schafft, dass "unsere Medien" überwiegend die derzeitige Zuwanderungspolitik „unkritisch bejubeln“. Dazu habe ich zwar keine Antwort der Betroffenen, indes "böse Zungen" kolportieren, man kenne sich einfach zu gut, um sich noch gegenseitig differenziert zu begleiten. Man ließt auch, die meisten Chefs der großen Verlagshäuser und der eine oder andere einflussreiche Redakteur seien wie die Regierenden Teilnehmer an als einflussreich geltenden internationalen Konferenzen oder würden bei (von vielen kritisch gesehenen) machtvollen Vereinigungen ein und ausgehen. Alle miteinander aber wollen sie vermutlich Teil der viel zitierten „Europa-Elite“ sein, die mitnichten eine ist. Deren „Nimbus“ entlarvt aktuell schon der zerrissene Zustand Europas, an dem genau die vermeintlichen Eliten mit ihrer jahrelangen verheerenden „Rettungs“-Politik“ die größte Verantwortung tragen. Mit ein wenig gezielter Recherche im Internet, erfährt man zu all dem einiges [sogar Namen] und kann sich seine Meinung bilden oder ergänzen.

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