Flüchtlinge kommen zu Wort
„Der Weg ist der Tod“

„Die Deutschen sind sehr mitfühlend gegenüber den Syrern“

Ich lebe nun in einer Wohnung eines Freundes in Berlin. Der Freund bringt mich jeden Tag nach Moabit. Dort bleibe ich bis er mich um 19:00 Uhr wieder abholt. Jeden Tag folgen wir der gleichen Routine.

Die Deutschen sind sehr mitfühlend gegenüber den Syrern. Sie bringen uns immer Wasser. Sie versuchen uns einfach so gut es geht zu helfen. Das Problem ist, dass ich auch nach wochenlangem Warten nicht weiß, was mein Status in diesem Land ist. Es ist alles sehr bürokratisch.

Aber das alles ist es wert. Denn das Wichtigste für mich ist, dass meine Familie in Sicherheit ist und es hier Möglichkeiten für meine Töchter gibt.

Wenn ich hier eine Arbeit als Bildhauer finden würde, dann wäre das toll. Aber ich bin auch offen für andere Arbeit. Ich tue alles, was nötig ist, um zu überleben und meine Familie zu ernähren. Wenn ich keinen Job in Deutschland finde, dann gehe ich zurück.

Ich habe viele Statuen auf deutschen Straßen gesehen – die Architektur von Gebäuden und die künstlerischen Arbeiten sind hier sehr inspirierend. Manche meiner Skulpturen sind auch so. Aber ich muss gestehen, dass sie nicht ganz so gut sind. Deutsche Skulpturen sind die besten, die ich je gesehen habe. Und ich glaube, dass ich davon für meine eigene Arbeit eine Menge mitnehmen kann.

Ich weiß nicht, ob ich hier Teil der kurdischen Gemeinschaft sein möchte oder, ob ich mich nicht lieber in die deutsche Gesellschaft integriere. Ich bin zwar Kurde, aber ich möchte mich schon in die ganze Berliner Gesellschaft integrieren.

Aber wenn die Situation in Syrien wieder besser wird, werde ich zurückgehen. Ich will hier nicht für immer bleiben. Die Kurden sind mein Volk.

Aufgezeichnet von Dustin Volz und Yahya Al Aous. Übersetzt ins Deutsche von Sarah Mewes.

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