Flüchtlinge Online-Portal soll Migranten über Sexualität aufklären

Warum Beckenbodenmuskeln wichtig sind und wie Frauen verhüten können: In 13 Sprachen betreibt eine Bundesbehörde Aufklärung. Das neue Online-Portal „Zanzu“ richtet sich vor allem an Migranten – auch an Analphabeten.
Körper, Familienplanung, Infektionen: Dank einfacher Piktogramme und einer Sprachausgabe sollen auch Analphabeten die Inhalte verstehen können. Quelle: Screenshot
Startseite des Onlineportals „Zanzu“

Körper, Familienplanung, Infektionen: Dank einfacher Piktogramme und einer Sprachausgabe sollen auch Analphabeten die Inhalte verstehen können.

(Foto: Screenshot)

KölnWie wichtig Beckenbodenmuskeln für guten Sex sind, warum man sich trotz einer Beziehung in eine andere Person verliebt oder wer bei sexueller Belästigung helfen kann: Mit Antworten auf solche Fragen richtet sich ein neues Online-Portal vor allem an Flüchtlinge. Aber auch auf Deutsch klärt die Homepage „Zanzu“ über Körper und Sexualität auf – in insgesamt 13 Sprachen, darunter in Arabisch. Und das in Wort und Bild.

„Zanzu“ ist ein Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Der Hintergrund: In vielen Ländern wird Sexualkunde nicht unterrichtet – oder Sex ist gar ein Tabu-Thema. „Vor allem zu uns geflüchtete Menschen, die noch nicht lange in Deutschland leben, erhalten hier einen diskreten und direkten Zugang zu Wissen in diesem Bereich“, sagt Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium.

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit
„Die hohen Flüchtlingszahlen, die wir sehen, müssen sinken, und zwar schnell.“
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EU-Gipfelchef Donald Tusk am Mittwoch.

Fakt: Der Andrang hält an
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Rund eine Million Flüchtlinge hat 2015 Europa erreicht. Im laufenden Jahr sind nach Angaben des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bereits mehr als 110.000 Menschen über den Seeweg nach Europa gelangt. Der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, erwartet nicht, dass der Andrang im laufenden Jahr nachlässt – schließlich dauere der Krieg in Syrien an und die Lage in Libyen bleibe instabil.

„Die anhaltenden und nicht nachlassenden irregulären Migrationsströme entlang der Westbalkanroute geben nach wie vor Anlass zu ernster Besorgnis und erfordern ein Ende der ‚Politik des Durchwinkens‘.“
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Beschluss des EU-Gipfels zu Migration am 19. Februar.

Fakt: Das Durchwinken ist vorbei
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Monatelang ließen Staaten entlang der sogenannten Balkanroute Flüchtlinge weitgehend ungehindert passieren oder leiteten sie sogar gezielt weiter. Zahlreiche Flüchtlinge und Migranten gelangten so etwa nach Deutschland und in die skandinavischen Länder. Zuletzt erschwerten aber immer mehr Staaten Flüchtlingen die Weiterreise. Das Nicht-EU-Land Mazedonien lässt an seiner Grenze zu Griechenland nur noch wenige Syrer und Iraker passieren. In der vergangenen Woche war auf der Balkanroute erstmals eine größere Zahl an Flüchtlingen von Slowenien nach Kroatien und weiter nach Serbien zurückgewiesen worden.

„Griechenland wird EU-Beschlüssen nicht zustimmen, wenn die verbindliche gleichmäßige Verteilung von Lasten und Verantwortung nicht umgesetzt wird.“
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Griechenlands Regierungschef Alexis Tsipras am Mittwoch vor dem Athener Parlament.

Fakt: Zusagen an Griechenland werden nicht eingehalten
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Die Athener Regierung ist verärgert, weil sie sich von anderen EU-Staaten und den Balkanländern alleingelassen fühlt – nicht nur durch Grenzschließungen. Auch die beschlossene Umverteilung von 160.000 Flüchtlingen aus Griechenland und Italien in andere EU-Staaten kommt kaum voran. Am Donnerstag waren erst 598 Flüchtlinge dieser verteilt. Nun droht Tsipras mit Blockaden bei europäischen Entscheidungen. Die nötige Macht hätte er durchaus, wenn einstimmige Entschlüsse der 28 Staats- und Regierungschefs nötig sind – so wie etwa bei den Reformversprechen, die der EU-Gipfel vergangene Woche gegenüber Großbritannien gemacht hat.

„Vergessen wir nicht, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge, die zu uns gekommen sind, vor Assad geflohen ist. Er wirft nach wie vor Fassbomben auf sein eigenes Volk.“
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Bundeskanzlerin Angela Merkel im Dezember 2015.

Nutzer können sich auch informieren, welche Rechte und Gesetze in Deutschland gelten, wie das Gesundheitssystem funktioniert und wo es Beratungsstellen gibt.

Wer nicht lesen kann, kann sich die Inhalte durch einen Klick vorlesen lassen. Demnächst soll es Informationen auch in Gebärdensprache geben. „Zanzu“ ist seit dem 25. Februar online.

Ein nationales und internationales Beratungsgremium, in dem auch die WHO vertreten war, begleitete das Projekt.

  • dpa
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