Flüchtlinge und Bürokratie: Wie Neuankömmlinge bei der Modernisierung des Staates helfen

Flüchtlinge und Bürokratie
Wie Neuankömmlinge bei der Modernisierung des Staates helfen

Firmen beklagen immer wieder die Bürokratie-Last. Die Regierung will den Verwaltungsaufwand reduzieren – auch durch Digitalisierung. Eine Umfrage zeigt: Dabei gibt es Nachholbedarf. Die Flüchtlingskrise könnte helfen.

BerlinDer Kampf mit dem Papierkram ist für Unternehmen ein Dauerproblem. Um herauszufinden, wo genau die Probleme liegen, hat die Bundesregierung vor rund einem Jahr das Statistische Bundesamt beauftragt, sich mal umzuhören bei den Unternehmen. Das Ergebnis dieser Studie wurde am Donnerstag vorgestellt.

Insgesamt stelle die Wirtschaft der öffentlichen Verwaltung ein „ordentliches Zeugnis“ aus, fasste Dieter Sarreither, Präsident des Statistischen Bundesamts, die Ergebnisse der Umfrage unter 1572 Unternehmen zusammen. Doch es gibt auch Nachholbedarf. Besonders unzufrieden sind die Studienteilnehmer mit der Verständlichkeit des Steuerrechts und bei der Dauer mancher Verfahren. In einer kürzlich veröffentlichen Umfrage des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) und der Wirtschaftsberatung PricewaterhouseCoopers (PwC) unter 794 Unternehmen gaben 82 Prozent der Befragten an, dass die Bürokratie-Last in den vergangenen fünf Jahren gestiegen ist.

Zentraler Punkt für die Bundesregierung ist beim Abbau der Bürokratie die Digitalisierung der Verwaltung. Dabei hinkt Deutschland jedoch im internationalen Vergleich hinterher. Erst im Oktober hatte der Normenkontrollrat (NKR) in seinem Abschlussbericht der Bundesregierung großen Nachholbedarf beim E-Government bescheinigt. Laut einer Studie der Vereinten Nationen von 2014 belegt Deutschland im weltweiten Vergleich beim E-Government nur den 21. Platz und auch im europäischen Vergleich schafft es Deutschland noch nicht einmal unter die Top Ten.

Eher überraschend ist daher, dass die Unternehmen sich bei der Umfrage des Statistischen Bundesamts recht zufrieden mit der Digitalen Verwaltung zeigten. Allenfalls bei der Gründung eines Unternehmens und bei der Geschäftsaufgabe sind sie unzufrieden mit den Möglichkeiten des E-Governments.

Braun sieht darin keinen Widerspruch. Unternehmen seien sich der Möglichkeiten des E-Governments oft nicht bewusst. Wo das Angebot noch nicht bestehe, werde es auch nicht aktiv nachgefragt. „Da, wo E-Government angeboten wird, ist es für die Unternehmen eine Entlastung“, so Braun.

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„Ermutigung für E-Government“

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