Flüchtlingskrise

Gauck warnt vor Überforderung Deutschlands

Bundespräsident Joachim Gauck hat vor einer Überforderung Deutschlands bei der Aufnahme von Migranten gewarnt. Gleichzeitig betonte er, dass „das fundamentale Recht auf Asyl nicht zur Disposition“ stehen dürfe.
Der Bundespräsident fürchtet, dass Deutwschland mit der Aufnahme von Migranten überfordert sein könnte. Quelle: dpa
Joachim Gauck

Der Bundespräsident fürchtet, dass Deutwschland mit der Aufnahme von Migranten überfordert sein könnte.

(Foto: dpa)

DresdenIn der Einwanderungsdebatte hat Bundespräsident Joachim Gauck vor einer Überforderung Deutschlands durch eine zu großzügige Aufnahme von Wirtschaftsmigranten gewarnt. Er „verstehe sehr gut, dass Menschen auch vor Armut nach Europa fliehen“, sagte Gauck der „Sächsischen Zeitung“ vom Samstag. „Aber alle aufnehmen zu wollen, die kommen, das wäre ein gewagter Kurs in Richtung der reinen Moral.“ Die Aufnahme sämtlicher Migranten „würde schlicht nicht funktionieren“, sagte Gauck.

„Auf eine Überforderung der Hilfsbereiten“ würden „zu häufig Abwehr, Entsolidarisierung und Aggression folgen“, warnte der Bundespräsident. „Und es könnte eine bedrohliche Entwicklung verstärken, die wir schon jetzt beobachten – dass der rechte Rand an Zulauf gewinnt.“

Gauck sprach sich für einen besseren Schutz der EU-Außengrenzen aus. Es sei „richtig, dass wir darüber diskutieren, wie wir diesen Schutz verbessern können“. Dies sei aber nur zu „akzeptieren, wenn wir Europäer auch Möglichkeiten des legalen Zugangs zu unserem Kontinent schaffen und wenn wir das fundamentale Recht auf Asyl nicht zur Disposition stellen“.

„... dann ist das nicht mein Land.“
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 31. August in Berlin
1 von 10

„Deutschland ist ein starkes Land. Das Motiv, mit dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen das. Wir schaffen das, und wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden.“

Angela Merkel in der „Rheinischen Post“ am 10. September
2 von 10

„Das Grundrecht auf Asyl für politisch Verfolgte kennt keine Obergrenze. Das gilt auch für die Flüchtlinge, die aus der Hölle eines Bürgerkriegs zu uns kommen.“

CSU-Chef Horst Seehofer im „Spiegel“ am 11. September zum Entschluss Merkels, Flüchtlinge aus Ungarn nach Deutschland kommen zu lassen
3 von 10

„Das war ein Fehler, der uns noch lange beschäftigen wird. Ich sehe keine Möglichkeit, den Stöpsel wieder auf die Flasche zu kriegen.“

Merkel am 15. September in Berlin
4 von 10

„Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am 6. Oktober
5 von 10

„Die Bundeskanzlerin hat ja nicht gesagt: Wir schaffen das mit links.“

Auf einem Plakat von CDU-Mitglieder am 14. Oktober bei einem Regionalkongress der CDU im nordsächsischen Schkeuditz
6 von 10

„Flüchtlingschaos stoppen - Deutsche Kultur + Werte erhalten - Merkel entthronen“

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) in der „Welt“ am 19. Oktober
7 von 10

„Die Flüchtlingskrise ist die größte Herausforderung, vor der Deutschland je stand. Größer als die Wiedervereinigung. Damals trafen Menschen aufeinander, die alle Deutsch sprachen und einen ähnlichen kulturellen Hintergrund hatten. Das ist heute anders.“

Die EU-Kommission plant derzeit eine stärkere Bündelung der Zuständigkeiten für den Schutz der Land- und Seegrenzen. Über das Thema soll beim Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschef am Donnerstag und Freitag in Brüssel beraten werden. Bedenken meldete bereits Polen an, das eine Einschränkung von Souveränitätsrechten der Mitgliedstaaten befürchtet.

  • afp
Startseite
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%