Flüchtlingspolitik
Deutschlands oberster Asyl-Beamter schmeißt hin

Innenminister Thomas de Maizière verliert seinen Mann für die Migrations- und Flüchtlingspolitik: Der Chef des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge tritt zurück. Aus persönlichen Gründen.
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Düsseldorf/NürnbergDer Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, hat aus persönlichen Gründen darum gebeten, von seinen Aufgaben entbunden zu werden. Das teilt das Bundesinnenministerium am Morgen mit. Bundesminister de Maizière ist laut Mitteildung dieser Bitte nachgekommen.

De Maizière bedauere, mit Schmidt einen Behördenleiter zu verlieren, der hervorragende Arbeit geleistet habe. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge steht in der derzeit massiv im Fokus, weil die dramatisch gestiegenen Zahlen von Asylsuchenden in Deutschland neben den Ländern und Kommunen auch das Bundesamt vor enorme Herausforderungen gestellt haben. Noch vor wenigen Tagen hatte sich Schmidt ausführlich im Handelsblatt-Interview geäußert und festgestellt: „Wir schaffen es, die Flüchtlinge zu integrieren!"

Schmidt, der seit Dezember 2010 Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge war, habe auch in dieser für das Bundesamt schwierigen Lage stets besonnen und umsichtig gehandelt. „Er hat mit großem Verantwortungsbewusstsein und enormen Engagement die Voraussetzungen geschaffen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesamtes ihre wichtigen Aufgaben weiterhin gut und engagiert wahrnehmen“, heißt es in der Mitteilung.

Schmidt, geboren 1959, gilt als erfahrener Verwaltungsbeamter und Krisenmanager. Im Bundesinnenministerium war er vom Referenten in der Abteilung Verwaltungsorganisation zum Chef der Zentralabteilung aufgestiegen. Zuletzt war der promovierte Jurist im Ministerium Abteilungsleiter für Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz gewesen, bevor er an die Bamf-Spitze wechselte.

Schmidt gilt als besonnen und abwägend. Er machte das Bundesamt in den vergangenen Jahren flexibler und transparenter. Schmidt hat sich auch in die Debatte eingemischt, war seinem Dienstherrn gegenüber aber loyal. Intern soll er immer wieder auf personelle Aufstockung seines Amts gedrungen und für ein Einwanderungsgesetz geworben haben. Vor zwei Jahren brachte der 56-Jährige sogar ins Gespräch, Einwanderungsanträge bereits vor einem Asylverfahren zu klären, indem die Behörden prüfen, ob ein Flüchtling auch als Arbeitsmigrant akzeptiert werden kann.

Sein damaliger Chef, Hans-Peter Friedrich, pfiff Schmidt damals zurück, denn die CDU war noch strikt gegen ein Einwanderungsgesetz. Mittlerweile diskutiert allerdings selbst die Union darüber, will aber erst nach der Wahl 2017 etwas ändern.

Schmidts Behörde ist für die Bearbeitung der Asylanträge zuständig, es entscheidet also darüber, wer in Deutschland bleiben darf und wer abgeschoben werden muss. Das Bamf steht seit Wochen in der Kritik, weil die Bearbeitung der Asylanträge nicht Schritt hielt mit der steigenden Zahl der Flüchtlinge.

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Lahmende Personalaufstockung

Kommentare zu " Flüchtlingspolitik: Deutschlands oberster Asyl-Beamter schmeißt hin"

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  • Günther Meier
    da haben Sie Recht.
    Aber dann passiert das, was auch 1945 der Fall war.
    Dann sitzen sie alle da und jammern "das wußte wir doch nicht, das konnten wir doch nicht ahnen, nein, das wollten wir doch nicht usw."

    Früher gab es mal die HJ, in der DDR Junge Pioniere und FDJ und bei uns werden die Kinder bereits in den Schulen auf den strammen grün-linken Weg geführt, sie werden ja sogar zu Demos geschickt.

  • Bei uns geht es doch schon länger grundsätzlich nach diesem Motto:

    In Deutschland gilt derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als derjenige, der den Schmutz macht.“
    Kurt Tucholsky (1890-1935), dt. Schriftsteller

    Noch heute wird von den Grün-linken jedem die Nazikeule um die Ohren genauen, der nicht auf dem linken Mainstream mitschwimmt.
    Wie lange wollen die denn diesen Blödsinn noch machen?
    Wer heute hat denn noch was mit dem Krieg und der Nazizeit zu tun? NIEMAND

  • Doro Mann
    Sie haben völlig Recht.
    Auch Anne Will war derat links verbogen, dass es schon mehr als unangenem wurde.
    Sind diese leute wirklich so blöde, dass sie nicht begreifen, was da auf uns zukommt?

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