Flughafen Frankfurt Hahn
Chaos-Airport darf auf 34-Millionen-Euro-Darlehen hoffen

Der Flughafen Frankfurt Hahn bekommt womöglich neue Hilfsgelder vom Bundesland Rheinland-Pfalz. Derzeit seien die Voraussetzungen für ein Darlehen in Höhe von 34 Millionen Euro erfüllt.

MainzDer defizitäre Flughafen Frankfurt Hahn kann mit weiteren Millionengeldern vom Land Rheinland-Pfalz rechnen. Für den Flughafen seien derzeit die Voraussetzungen erfüllt, auf ein genehmigtes Darlehen des Landes Rheinland-Pfalz über 34 Millionen Euro zurückzugreifen, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende, der rheinland-pfälzische Wissenschaftsstaatssekretär Salvatore Barbaro (SPD), am Montagabend in Mainz.

Das heiße aber nicht, dass man in acht Wochen zu dem selben Ergebnis kommen müsse, warnte er zugleich. Hintergrund ist eine Beurteilung der zuständigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Dornbach, wonach das aktuelle Bieterverfahren für den Flughafen planmäßig verlaufe. Es gebe "substantiierte Interessensbekundungen, positive Kaufpreisbekundungen und damit eine ausreichende Grundlage, um den Verkaufsprozess zu konkretisieren und weiter zu führen."

Rheinland-Pfalz hält 82,5 Prozent an dem Verluste schreibenden Regionalflughafen im Hunsrück, das Land Hessen die übrigen 17,5 Prozent. Der Aufsichtsrat des Flughafen hatte sich am Montag mit den liquiden Mitteln des Unternehmens befasst. Diese reichen nach Angaben von Barbaro voraussichtlich noch bis Ende Oktober. Auf das Darlehen über 34 Millionen Euro, das die Landesregierung zu Jahresbeginn beschlossen hatte, könne dann nach derzeitigem Stand tranchenweise zurückgegriffen werden, wenn es es erforderlich sei, sagte Barbaro.

Im Juli war der geplante Verkauf des Flughafen an einen chinesischen Investor gescheitert. Die Firma Shanghai Yiqian Trading zahlte den vereinbarten Kaufpreis von 13 Millionen Euro nicht.

Nach Aussagen der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) handelte es sich wahrscheinlich um einen Betrüger; das Land stellte Strafanzeige. Der Flughafen Hahn machte im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro Verlust. Eines des größten Probleme von Hahn ist, dass Hauptnutzer Ryanair seit Jahren sein Angebot dort schrumpft und seine Flugzeuge lieber an großen Flughäfen wie Köln einsetzt.

Der Flughafen hatte am Freitag den Vertrag mit Ryanair um weitere fünf Jahre bis 2022 verlängert. "Ryanair trägt dazu bei, dass der Standort weniger Geld kostet." Die Verlängerung des Vertrages sei "sehr im Sinne der Gesellschaft". Der Gesamtumsatz aus dem Geschäft mit Ryanair liege noch deutlich über den Gesamtkosten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%