"Flutbewältigung ist Beispiel für Solidarität"
Schröder besucht Grimma

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe hat sich Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) im sächsischen Grimma ein Bild von den Aufbauarbeiten gemacht. Die Bewältigung der Flut sei ein Beispiel für Solidarität, sagte Schröder am Mittwochabend bei den Feiern zum Gedenken an das Hochwasser im August 2002 in der damals schwer beschädigten Stadt.

HB/dpa GRIMMA. „Das Entscheidende war, dass sich die Deutschen alter Tugenden erinnert haben, nämlich sich darum zu kümmern, wie es dem Nächsten geht. Darum hat es geklappt“, sagte der Bundeskanzler, der mit Beifall begrüßt wurde.

Grimma war bundesweit zum Symbol für die Flutkatastrophe und die große Hilfsbereitschaft danach geworden. Schröder hatte sich vor einem Jahr ein Bild vom Ausmaß der Verwüstungen in der Stadt gemacht und die Hochwasserhilfe des Bundes angekündigt. Damit konnte er dann im Bundestagswahlkampf punkten. Grimmas Bürgermeister Matthias Berger (parteilos) dankte der Bundesregierung für die schnelle Hilfe zum Wiederaufbau. Der Kanzler habe sein Versprechen gehalten.

Schröder gab gemeinsam mit Sachsens Regierungschef Georg Milbradt (CDU) eine wieder errichtete Hängebrücke über den Fluss Mulde frei, die für 360 000 € saniert worden war. Auf Bitten des örtlichen Sportvereins taufte er kurzerhand ein aus Spendengeldern finanziertes neues Boot auf den Namen „Phoenix“ und half, es zu Wasser zu bringen. Anschließend wollte Schröder bei einem Rundgang mit Unternehmern sprechen und an einem ökumenischen Gottesdienst teilnehmen. Begleitet wurde er von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, dem für den Aufbau Ost zuständigen Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (beide SPD) und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne).

Vor dem Hintergrund aktueller Reformvorhaben der Regierung mahnte Schröder, auch ohne Katastrophen zum Umdenken bereit zu sein und Gemeinsinn zu zeigen. Er forderte zudem, Respekt vor der Natur zu zeigen und aus der Erfahrung mit der Katastrophe zu lernen. Dem werde das von Trittin vorgelegte Hochwasserschutzgesetz gerecht.

Nach Angaben von Bürgermeister Berger wurde in Grimma inzwischen das modernste Alarmsystem Sachsens installiert. Er forderte die sächsische CDU-Landesregierung auf, zügig ein vernünftiges Hochwasserschutzkonzept zu entwickeln. In der 18 500 Einwohner zählenden Stadt hatte die Mulde Schäden in Höhe von 250 Mill. € angerichtet.

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