Folge der Schuldenkrise: Bundesbank warnt Deutschland vor gefährlicher Blase

Folge der Schuldenkrise
Bundesbank warnt Deutschland vor gefährlicher Blase

Während Europa sich gegen eine neue Zuspitzung der Schuldenkrise in einigen Ländern stemmt, könnte sich ein weiteres Problem auftun: Die Bundesbank sieht im Immobilienmarkt ein gefährliches Stabilitätsrisiko.
  • 31

BerlinWer Merkmale einer Immobilienblase sucht, wird schnell fündig. In München brechen Wohnungspreise Jahr für Jahr Rekorde. In die Mieterstadt Berlin fallen wohlsituierte Aufkäufer aus Skandinavien oder Südeuropa ein und verängstigen Mieter. Der Markt boomt, weil vielen Menschen in der Schuldenkrise ein Haus sicherer erscheint als Aktien oder Anleihen. Die Entwicklung ist auch der Bundesbank nicht verborgen geblieben.

Angesichts der niedrigen Zinsen haben die Notenbank-Experten ihren Fokus nun auch auf die Entwicklung der deutschen Immobilienmärkte gerichtet. Und sie kommen in ihrem Finanzstabilitätsbericht, der heute vorgestellt wurde, zu einer ernüchternden Einschätzung, die vor allem Eurokrisen-Politiker in Aufruhr versetzen könnte. Zusätzlich zu den Risiken durch die Schuldenkrise sehen die Bundesbanker Gefahren, die vom Immobilienmarkt auf das Finanzsystem überschwappen könnten.

Zwar sei trotz des zum Teil deutlichen Immobilien-Preisanstiegs in einzelnen Ballungsgebieten noch kein rascher Aufbau von Risiken für die Finanzstabilität zu erkennen, sagte Andreas Dombret, Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank, zuständig für den Bereich Finanzstabilität. „Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen aber, dass es gerade im Umfeld niedriger Zinsen und hoher Liquidität zu Übertreibungen an den Immobilienmärkten kommen kann.“ Sollte es zu solchen Preisblasen auch in deutschen Ballungszentren kommen, könne dies die Finanzstabilität hierzulande „erheblich gefährden“.

Vor einer solchen Entwicklung hatte jüngst auch der neue Finanzchef der Allianz, Maximilian Zimmerer, gewarnt. „Ich fürchte, es könnte zu einer Blase kommen“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Die Blase wäre nicht von Großanlegern getrieben, sondern eher von Privatanlegern, die Inflation und einen Kollaps des Euro fürchten und in Sachwerte flüchten.“

Das sieht die Bundesbank genauso. „Zur Belebung des Immobilienmarkts dürften neben den guten mittelfristigen Aussichten für Einkommen und Arbeitsmarkt sowie dem niedrigen Zinsniveau auch die Unsicherheit an den Finanzmärkten und die damit verbundene Flucht in als sicher eingestufte Immobilienanlagen beitragen“, heißt es in der Handelsblatt Online vorliegenden Analyse.

Kommentare zu " Folge der Schuldenkrise: Bundesbank warnt Deutschland vor gefährlicher Blase"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Also wenn die Masse sich mal wieder einig ist, dass die Preise nur noch eine Richtung kennen, dann kann man sich wohl sicher sein, dass es anders kommt. Dass Goldman Sachs Anteile der von ihnen gekauften GSW (ehemaliger Sozialwohnungsbau aus den 30er Jahren, von unseren fremdbestimmten Politikern verkauft) an der Börse verscherbelt ist wohl auch kein Zufall. Oder es ist diesmal nicht Goldman Sachs, die die Richtung bestimmen sondern Hinz und Kuntze.

  • Da hilft nur eine Zinserhöhung statt alberner Mahnungen

  • Es ist schon richtig, daß in den Städten die Immo-Preise unverschämte Maße annehmen. das ist meiner Meinung nach politisch so gewollt. Es gibt aber im ländlichen Raum durchaus gute Immobilien die keinen Käufer finden, z.B. wenn Elektroheizungen vorhanden sind, denn wer kann es sich leisten ein haus elektrisch zu heizen? Es gibt aber auch andere gute Angebote, man darf nur nicht zu kleingeistig sein und die Angebote ansehen und dann zugreifen. Wenn Alle in der Stadt wohnen wollen, wird die Luft in den Ballungsräumen immer schlechter. Was aber noch nichts mit der Angstmacherei einer evtl. Immobilienblase zu tun hat.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%