Folgen der Finanzmarktkrise
Verbraucherschützer fordern staatliche Kontrolle von Finanzprodukten

Als Folge der Finanzmarktkrise fordert der Vorstand der Verbraucherzentrale Bundesverband, Gerd Billen, Finanzprodukte staatlich zu kontrollieren. "Hier muss ganz einfach der Auftrag der Finanzdienstleistungsaufsicht erweitert werden", sagte Billen dem Handelsblatt.

BERLIN. "Die BaFin muss einen klaren Auftrag im Verbraucherschutz bekommen. Das betrifft die Produktbeobachtung. Es betrifft aber auch die öffentliche Warnung der Verbraucher vor faulen Eiern."

Während etwa im Bereich der Lebensmittelkontrolle bei Unregelmäßigkeiten staatliche Behörden sofort öffentlich Warnungen aussprächen, sei dies im Bankensektor nicht der Fall. "Jede Dönerbude, die Gammelfleisch anbietet, muss damit rechnen, dass sie am nächsten Tag in der Zeitung steht. Aber ein Finanzvertrieb, der eine Schrottimmobilie anbietet, kann damit rechnen, dass die Verbraucher keine öffentliche Warnung erreicht", kritisierte Billen. "Hier muss die feine Bankerwelt lernen, dass die gleichen Gesetze gelten, denen der Lebensmittelhandel oder eine Dönerbude unterliegen."

Von den Banken und Sparkassen forderte Billen, "für eine Marktbereinigung" zu sorgen. "Sie müssen dafür sorgen, dass unsichere Produkte gar nicht angeboten werden können." Die Verbraucher müssten in die Lage versetzt werden, die Risiken bei Finanzprodukten einschätzen zu können. "Dazu müssen die Risiken klar gekennzeichnet werden - und das international", sagte Billen.

Zugleich riet Billen den Verbraucher, sich nicht unnötig um ihr Geld zu fürchten und es womöglich von der Bank zu holen. "Wir haben eine Einlagensicherung der Banken. Sparguthaben sind zudem auch gesetzlich abgesichert. Hinzu kommt jetzt noch die Staatsgarantie der Bundesregierung."

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