Folgen der Franken-Freigabe
Zoll leidet unter Schweizer Einkaufslust

Die deutsche Grenzregion lockt Schweizer seit Jahren mit günstigen Preisen. Seit der Freigabe des Franken ist der Andrang noch einmal gestiegen – für Zollbeamte und Kassierer in den Geschäften wird das zur Belastung.
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KonstanzAn der Kasse einer Drogerie in Konstanz bildet sich eine lange Schlange. Ganz vorne steht ein älterer Herr aus der Schweiz, der sich von der Verkäuferin eine Ausfuhrbescheinigung ausstellen lässt. Mit diesen „Grünen Zetteln“ können sich Nicht-EU-Bürger ihre auf Einkäufe in Deutschland gezahlte Mehrwertsteuer zurückerstatten lassen – seit der Freigabe des Frankens hat das noch deutlich zugenommen.

Das Ausfüllen der „Grünen Zettel“ in der Drogerie dauert, die wartenden Menschen werden unruhig, ein paar genervte Kommentare sind zu hören. „Das erleben wir ständig“, sagt die Kassiererin später. Sie hält einen dicken Papierstapel mit Ausfuhrzetteln hoch. „Die brauchen wir an einem einzigen Tag.“

Ein paar Straßen weiter, am Grenzübergang Emmishofer Tor in Konstanz, bilden sich an diesem Freitagmorgen ebenfalls erste Menschentrauben: Zahlreiche Schweizer lassen sich auf dem Zollamt ihre Ausfuhrzettel bestätigen, geduldig stempeln die Beamten ein Papier nach dem anderen. Die Menge der Ausfuhrzettel kenne seit Jahren nur eine Richtung, heißt es beim Zoll: Nach oben. Hat der Ansturm in den vergangenen Wochen nochmal zugenommen? „Wir haben noch keine Zahlen vorliegen, aber gefühlt ja“, sagt ein Zollsprecher.

Denn die Schweizer Nationalbank hatte Mitte Januar überraschend die seit 2011 geltende Wechselkursbindung des Franken an den Euro aufgehoben. Die Schweizer Währung legte danach zum Euro deutlich zu.

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„Sie werden nicht mehr Herr über die Flut“

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