Forderung an Deutschland: Lagarde drängt zu mehr Investitionen

Forderung an Deutschland
Lagarde drängt zu mehr Investitionen

Der IWF fordert die Bundesregierung zu mehr Investitionen auf – vor allem für die Stabilität in der Euro-Zone. Deutschland sei mit seinen Maßnahmen schon auf dem richtigen Weg, mache aber noch nicht genug, so Lagarde.
  • 6

ParisDer Internationale Währungsfonds (IWF) drängt Deutschland zu mehr Investitionen, um die schwächelnde Wirtschaft in der Euro-Zone anzukurbeln. Öffentliche und private Investitionen in Deutschland zur Finanzierung der Infrastruktur wären willkommen, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde der französischen Zeitung „Les Echos“ vom Montag. Es gehe aber nicht darum, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu schmälern. Auf die Frage, ob Deutschland mehr tun könnte, um die Erholung in Europa anzuschieben, sagte Lagarde „Radio Classique“: „Uns beim IWF scheint es, dass Deutschland weiter gehen könnte, etwas mehr machen könnte – im eigenen Interesse Deutschlands.“

Auch Italien und Frankreich haben zuletzt wiederholt eine stärkere wachstumsfördernde Politik von der Bundesregierung gefordert. Kanzlerin Angela Merkel hatte jüngst betont, Überschüsse im Bundeshaushalt sollten in den Verkehrssektor gesteckt werden. Zudem hatte die CDU-Chefin gesagt, Staat und Firmen müssten mehr Geld in die Hand nehmen, wenn Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit erhalten wolle. „Alles steht und fällt mit der Frage, ob wir ausreichend Investitionen haben“, sagte Merkel vorige Woche nach einem Gespräch mit Gewerkschaften und Industrievertretern. Zusammen mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) kündigte sie an, die Rahmenbedingungen für private Investitionen zu verbessern.

Lagarde sprach sich auch für Strukturreformen aus und plädierte für flexiblere Arbeitsmärkte. Zudem sollten bestimmte, eher abgeschottete Märkte stärker für den Wettbewerb geöffnet werden. „Das gilt für alle“, sagte Lagarde – „für Frankreich, für Deutschland, für Italien“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Forderung an Deutschland: Lagarde drängt zu mehr Investitionen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Na ja, dass es einen äußerst! großen Erneuerungsinvestitionsbedarf in die deutsche Verkehrsinfrastruktur gibt ist jawohl unstrittig. Diesbezügliche Multimilliardeninvestitionen gilt es staatlicherseits schon zu tätigen, und sie bringen auch Wirtschaftswachstum und Beschäftigung.Es kommt also nicht alleinig auf die Einschätzung privater Investoren an. Natürlich müßten über höhere indirekte Reichensteuern, Begrenzung der jährlichen Pensionserhöhungen und Haushaltsumschichtung die Mittel dafür ohne neue Schulden aufzunehmen aufgebracht werden.

  • An der Flexibilität des deutschen Arbeitsmarktes fehlt es nun wirklich nicht. Siehe Hartz-IV Unterdrückung, Minijobs,etc. Will man die Menschen noch weiter unterjochen? Investitionen in die deutsche Infrastruktur sind richtig und von mir hochgradig erwünscht. Allerdings dürften davon nahezu ausschliesslich -was mich persönlich keineswgs stört- deutsche Firmen profitieren. Was die Eurozone insgesamt, wie von Lagarde gefordert, davon haben sollte, erschließt sich mir nicht. Aber deutsches Wirtschagftswachstum für deutsche Bürger ist aus meiner deutschen Sicht ja schon etwas feines.

  • Wie ist - nebenbei gefragt - der Stand des gegen Madame laufenden Strafverfahrens?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%