Forderung: Marine zum Horn von Afrika schicken

Forderung
Marine zum Horn von Afrika schicken

Mehr Marineeinheiten gegen die Piraterie am Horn von Afrika fordert Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann. Immer häufiger würden die Schiffe norddeutscher Reedereien von Seeräubern attackiert.
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Hannover Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann fordert ein stärkeres Engagement Deutschlands gegen die Piraterie am Horn von Afrika. Immer mehr Schiffe norddeutscher Reedereien seien Opfer von Seeräuberattacken, beklagte der CDU-Politiker am Freitag in Hannover. Eine Exportnation wie Deutschland könne das nicht einfach hinnehmen.

„Wir sollten Marineeinheiten, die jetzt infolge der Seeblockade der NATO gegen Libyen aus den integrierten Verbänden abgezogen wurden, zur Pirateriebekämpfung einsetzen. Dort werden sie im Rahmen der EU- Mission Atalanta dringend gebraucht. Und wir zeigen damit, dass wir keine sicherheitspolitischen Duckmäuser sind“, sagte Schünemann. Das Atalanta-Mandat des Deutschen Bundestages erlaube eine Entsendung von bis zu 1.400 Bundeswehrsoldaten, tatsächlich würden zurzeit aber nur rund 300 Mann der Marine eingesetzt.

Der Minister sieht durch die Seepiraterie vor allem Niedersachsen als bedeutenden maritimen Standort betroffen. So habe das Landeskriminalamt seit Mitte 2008 insgesamt 22 Vorfälle registriert, in denen niedersächsische Reeder oder niedersächsische Besatzungsmitglieder Angriffen durch Seeräuber ausgesetzt waren.

Seepiraterie richte nicht nur immer größere wirtschaftliche Schäden an, sondern stelle auch eine immer größere Gefahr für Leib und Leben dar, erklärte Schünemann. Für das Jahr 2010 hat das Internationale Maritime Bureau (IMB) demnach einen neuen Rekord an Seeräuberei verzeichnet: 49 Schiffe und 1.181 Seeleute wurden weltweit gekapert, davon der Großteil durch somalische Piraten.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Forderung: Marine zum Horn von Afrika schicken"

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  • Keine Marineeinheiten der Bundeswehr ans Horn von Afrika. Die Redereien, sollen sich ihre Sicherheit, bei sicherheitsfirmen kaufen, damit sie wissen was Sicherheit kostet, nicht immer alles auf den Steuerzahler abwälzen.
    Danke

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