Forderung nach Klärung der Streitigkeiten
Druck auf die IG Metall steigt

In der IG Metall wird der Druck größer, rasch die Führungskrise zu beenden und nicht die nächste Vorstandssitzung im September abzuwarten.

Reuters BERLIN. „Ich habe den Eindruck, dass die Forderung nach klaren Entscheidungen zu Personal und Politik der IG Metall zunimmt“, sagte IG Metall-Sprecher Claus Eilrich am Samstag. Möglicherweise sei dafür der 1. September zu spät. Für diesen Tag ist die nächste reguläre Sitzung des IG Metall-Vorstandes vorgesehen. Auch der Konzernbetriebsratschef von ThyssenKrupp, Thomas Schlenz, reihte sich in die Gruppe einflussreicher IG Metaller ein, die vom stellvertretenden Vorsitzenden der IG Metall, Jürgen Peters, einen Verzicht auf eine Kandidatur für den Vorsitz der Gewerkschaft fordern. Im Magazin „Focus“ lehnte Peters einen Rücktritt erneut ab. Das Magazin berichtete auch, als Kandidat für den IG Metall-Vorsitz sei der Arbeitsdirektor von Audi in Ingolstadt, Horst Neumann, im Gespräch.

Die IG Metall ist über die Frage personeller Konsequenzen aus der Streikniederlage in Ostdeutschland tief zerstritten. Der amtierende IG Metall-Chef Klaus Zwickel hat seinen designierten Nachfolger Peters aufgefordert, auf das Amt zu verzichten. Bislang haben sich die IG Metall-Bezirke Baden-Württemberg und Bayern für einen außerordentlichen Gewerkschaftstag zur Klärung der Streitigkeiten ausgesprochen. Bisher ist der nächste ordentliche Gewerkschaftstag Mitte Oktober in Hannover geplant.

"Peters wird die IG Metall nicht einigen"

Schlenz sagte der „Berliner Zeitung“ vom Samstag, falls Peters IG Metall-Chef würde, werde dies eine nachhaltige Zerrissenheit in der IG Metall und zwei sich bekämpfende Fraktionen bedeuten. „Die Gewerkschaft muss sich an die Bedingungen, die sich unter anderem durch die Globalisierung und die Grenzen der Finanzierbarkeit der Sozialsysteme drastisch verändert haben, anpassen“, sagte Schlenz.

Auch der einflussreiche Konzernbetriebsratschef von DaimlerChrysler, Erich Klemm, erneuerte ebenso wie der Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück seine Kritik an Peters. Peters werde die IG Metall nicht einigen können, sagte Klemm. Er forderte den Bezirksvorsitzenden in Baden-Württemberg, Bertold Huber, in der „Bild am Sonntag“ auf, für den IG Metall-Vorsitz zu kandidieren. Hück sagte dem Blatt: „Für mich ist Huber der ideale Mann.Peters muss weg.“

Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Michael Rogowski, sagte der „Welt am Sonntag“, die Gewerkschaft müsse vor allem die inhaltlichen Differenzen klären. „Da soll die Gewerkschaft sich lieber ein paar Wochen Zeit nehmen, damit die alten Gräben später nicht wieder aufbrechen.“ Er bezeichnete Peters als Betonkopf, während Huber seiner Ansicht nach ein nachdenklicher Reformer ist.

Nach einem „Focus“-Bericht wird in der Umgebung von IG Metall-Chef Zwickel der Audi-Arbeitsdirektor Neumann als geeignet zur Führung der Gewerkschaft gehalten. Neumann gelte als undogmatisch und kenne neben der Arbeit in der Gewerkschaft auch die Unternehmerseite. IG Metall-Sprecher Eilrich sagte dazu, er wolle sich nicht an Spekulationen beteiligen.

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