Forsa-Chef Güllner erklärt den AfD-Aufstieg
„Seehofer hat Ausländerfeindlichkeit salonfähig gemacht“

Der AfD-Aufstieg setzt sich fort. Vier Umfrageinstitute sehen die Partei nun bundesweit bei fünf oder sechs Prozent. Forsa-Chef Güllner macht dafür CSU-Chef Seehofer und dessen harte Flüchtlingspolitik verantwortlich.

BerlinWenn am Sonntag der Bundestag neu gewählt würde, hätte die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) gute Chancen, im Parlament vertreten zu sein. Denn die AfD kommt im „Stern“-RTL-Wahltrend, den das Meinungsforschungsinstitut Forsa ermittelt, zum ersten Mal seit dem Frühjahr wieder auf 5 Prozent - ein Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche.

Die Werte für die anderen Parteien änderten sich dagegen nicht. Die Unionsparteien CDU/CSU behaupten ihre 40 Prozent, die SPD liegt weiterhin bei 24 Prozent, die Grünen und die Linke bleiben bei jeweils 10 Prozent, und die FDP verharrt bei 5 Prozent. Die sonstigen kleinen Parteien büßen einen Prozentpunkt ein auf jetzt 6 Prozent. Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen steigt auf 32 Prozent und ist damit größer als bei der Bundestagswahl 2013.

Auch in anderen Umfragen geht es für die AfD bergauf (Forschungsgruppe Wahlen: 5 Prozent; Emnid: 6 Prozent; Insa: 6 Prozent). Der Grund für den Aufstieg liegt für Forsa-Chef Manfred Güllner auf der Hand. „Mit seinen Attacken gegen Kanzlerin Angela Merkel und ihre Flüchtlingspolitik hat der bayerische CSU-Ministerpräsident Horst Seehofer offenbar die Ausländerfeindlichkeit - und damit das Kernthema der AfD - wieder salonfähig gemacht“, sagte Güllner.

Der Anstieg der AfD sei jedoch ausschließlich in Bayern und in Ostdeutschland, nicht aber in der sonstigen Republik zu registrieren, schränkt der Forsa-Chef ein. Seit August fiel demnach die CSU in Bayern von 51 auf 47 Prozent, die Union in Ostdeutschland von 39 auf 33 Prozent. Dafür stieg der Anteil der AfD in Bayern von 4 auf 6 und im Osten von 7 auf 11 Prozent, während sie im Rest der Republik weiter bei 4 Prozent liegt. Güllner: „Der rechte Rand in der Union wird also nicht gebunden, sondern zur Abwanderung ermuntert.“ Und Seehofers Kritik an Merkel schade in erster Linie seiner CSU in Bayern - damit sinke aber auch der Wert der Union in Gesamtdeutschland.

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