Forsa-Chef im Interview „Merkel wird für geeigneter gehalten"

Weder Bürger noch die Wirtschaft trauen der SPD-Troika aus Gabriel, Steinmeier und Steinbrück die Kompetenz zur Lösung der Krise zu, sagt Manfred Güllner. Den potentiellen Kanzlerkandidaten fehlt die Bürgernähe.
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Die Kandidatenfrage bei der SPD ist noch immer nicht entschieden. Die größten Sympathien hat Frank-Walter Steinmeier, sagt Forsa-Chef Güllner. Quelle: AFP

Die Kandidatenfrage bei der SPD ist noch immer nicht entschieden. Die größten Sympathien hat Frank-Walter Steinmeier, sagt Forsa-Chef Güllner.

(Foto: AFP)

Handelsblatt: Herr Güllner, welche Rolle spielt die inhaltliche, vor allem die wirtschaftliche Kompetenz bei den drei möglichen Kanzlerkandidaten der SPD - Sigmar Gabriel, Peer Steinbrück und Frank-Walter Steinmeier?

Manfred Güllner: Ökonomische Kompetenz besitzt in den Augen der Bundesbürger keiner der drei potenziellen SPD-Kanzlerkandidaten. Auch Peer Steinbrück nicht, der als Finanztechnokrat wahrgenommen wird und nicht als jemand - wie früher etwa Karl Schiller -, der wirtschaftliche Krisen meistern könnte. Und in der Euro-Krise wird Merkel als diejenige geschätzt, die größere Unbill von den Menschen in Deutschland fernhält.

Welcher der drei Sozialdemokraten hat aus Sicht der Bevölkerung das stärkste inhaltliche Profil?

Frank-Walter Steinmeier ist zurzeit derjenige, dem die größten Sympathien entgegengebracht werden. Ihm wird auch die größte generelle politische Kompetenz zugetraut. Nur: Für das Kanzleramt wird Merkel wie schon 2009 für geeigneter gehalten.

Manfred Güllner ist Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstitut Forsa. Quelle: dapd

Manfred Güllner ist Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstitut Forsa.

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Wie stehen die Entscheider zu den drei SPD-Spitzenpolitikern?

Wie die Bürger insgesamt, trauen auch die Entscheider in der Wirtschaft keinem der SPD-Aspiranten irgendwelche ökonomischen Kompetenzen zu.

Wie weit kann ein sozialdemokratischer Politiker sich von seiner eigenen Partei und dem Funktionärsmittelbau entfernen?

Zwischen den Vorstellungen der SPD-Funktionärskader und denen der potenziellen SPD-Wähler ist heute - wie allerdings auch schon oft in der Vergangenheit - eine tiefe Kluft zu registrieren. Um Erfolg zu haben, müssen SPD-Spitzenkandidaten - wie beispielsweise 1998 Gerhard Schröder oder heute Heinz Buschkowsky in Berlin-Neukölln - die Nähe zu den Wählern suchen, auch wenn die SPD-Kader darüber murren.

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19 Kommentare zu "Forsa-Chef im Interview: „Merkel wird für geeigneter gehalten""

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  • Bravo!!! Bravissimo!!!! Volle Zustimmung!!!!!

  • merkel isoliert deutschland in der welt, während die deutsche bevölkerung von ihr nach dem tina-prinzip systematisch enteignet und entrechtet wird. das nachdenken über die innenpolitischen erfolge ihrer schwarz-gelben truppe gleicht der suche einer nadel im heuhaufen, wohingegen die auflistung der misserfolge mindestens das zehnfache an zeichen benötigen würde, welche die kommentarfunktion hier zulässt. beängstigender sind nur noch gewisse kommentare hier, die von pubertärem chauvinismus und einem nur noch erschreckenden wirtschaftspolitischen sachverstand gekennzeichnet sind, sowie die offensichtliche unterstützung, die diese totengräberin deutschlands in der bevölkerung genießt. so lange die propaganda stimmt, läuft der bemitleidenswerte deutsche untertan eben stetig seinem untergang entgegen, ignorant und tapfer schuftend...

  • Stellen Sie sich einen Herbert Wehner in der Jetztzeit vor.
    Und dazu die Steilvorlagen , die Merkel und die CDU seit 2009 nahezu täglich einer echten Opposition liefert.

    Wehner würde die Regierung hämisch vor sich hertreiben und dann zum Frühstück fressen .
    Diese drei Witzfiguren jedoch rangeln sich , anstatt Opposition zu machen darum , bei Merkel den Vize zu geben . Geradezu W I D E R L I C H war die Reise zu Hollande .

  • Die Koalition hat sich ja schon einmal den Begriff "Gurkentruppe" gegeben. Dieser Begriff stimmt auch ziemlich, sowohl für die CDU wie die FDP, aber kein Begriff trifft für das Trio Infernal der SPD so präzise zu wie dieser.

  • ...Ja Baier, die andren lügen immer, mir nimmer.

  • Sie bringen es gut auf den Punkt und beschreiben nicht nur das Problem der SPD sondern auch das der übrigen Parteien. Sie sind nicht in der Lage fähige Köpfe an die "Front" zu bringen.

    Es sind überall die gleichen Typen, alles Personaler, Schwätzer. Es ist Sache der SPD-Mitglieder, Ihre Aufgabe, diese Schwätzer zu jagen.

  • an Popper: Das griechische Wachstum wurde von der griechischen Statistikbehörde erfasst. Da erübrigt sich jeder Kommentar. Und: Besser ein (Un-) Sinn statt ein (Grasnarben-) Popper.

  • @Rechner sagt:
    "Deutschland hat in den letzten zehn Jahren Maß gehalten. Und so seine Wettbewerbsfähigkeit gestärkt."
    Mehr braucht es eigentlich nicht, um festzustellen, dass dieser Mensch weder rechnen kann noch saldenmechanische Zusammenhänge begreift. Wettbewerbsfähigkeit in einer Währungsunion kann immer nur relativ sein zu dem der weniger wettbewerbsfähig ist. Denn wären alle den deutschen Weg gegangen, hätte Deutschland seine Überproduktion an die Marsmenschen verkaufen müssen oder auf den Müll werfen. An dieser gängigen Argumentation unseres verehrten "Rechners" lässt sich die ganze Misere deutschen Unverstandes ablesen. Es ist diese in Deutschland vor Entzücken einsetzende “Genickstarre“, wenn es um bestimmte Vertreter der Zunft geht, die ihren Ruf nicht der stringenten Lehre, sondern einer permanenten öffenlichkeitswirksamen Ideen-Verramschung verdanken. In Deutschland werden nicht einmal die einfachsten makroökonomischen Sachverhalte verstanden, z.B. dass die Gewinne des Einen immer die Verluste des anderen sind und das weltweit. Und in einer Währungsunion, wo nicht mehr Währungen gegeneinander auf- oder abwerten können ist die die bessere Wettbewerbsfähigkeit des einen immer die schlechtere Wettbewerbsfähigkeit des anderen. Wer das nicht wahrhaben will, der verliert seinen Schuldner, weil er ihn in den Ruin treibt. Wie bei allem im Leben funktioniert auch hier nur ein Geben und Nehmen. Wer wie Deutschland immer nur nehmen will und für sein Geben dem anderen noch mehr abverlangt, als dieser schon gegeben hat, der wird dann der Letzte sein in Europa, der das Licht ausmacht.

  • wer für eine Schuldenunion ist, hat jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Sein eigenes Land, auf das man als Minister einen Eid geschworen hat, auf diese Weise verarmen zu lassen. ist schon ein Ausdruck von Illoyalität. Ökonomische Kompetenz war sowieso nie vorhanden, weder beim Lehrer Siggi noch bei Steinbrück. Bei letzterem ist zu viel schief gelaufen (IKB).

  • @Rechner
    Ihr Geseire ist einfach albern. Nichts von dem, was Sie hier ausbreiten ergibt einen logischen Zusammenhang. Wenn der Arbeitsmarkt ein Kartoffelmarkt wäre, dann wäre die Lohnsumme vielleicht maßgebend. Ist er aber nicht. Allein Griechenland hatte (2004-2007 eine jährliche reale Steigerungsrate seines BIP von über 4% wogegen Deutschland bei 1,4% herum dümpelte. In Deutschland stagnierten die Löhne. Und warum sollten die Löhne in Griechenland nicht entsprechend steigen, die mussten doch fleißig unseren Export fördern. Das tun sie übrigens bis heute über Target2. Obwohl ich mir den Un (-Sinn) nicht zu Eigen mache. Deutschland hat es sich geleistet, seine arbeitende Bevölkerung vom Wohlstand abzukoppeln. Der Lohn ist in den letzten 20(!?) Jahren sogar real gesunken. Im Übrigen haben die Arbeitslosenzahlen sich nicht signifikant verändert, auch wenn Sie unsinnigerweise meinen Billiglöhne wären ein Weg zum Erfolg. Wir haben heute immer noch über 4 Mill im SGB II Bezug. Und 7,4 Mill wollen gerne mehr arbeiten. Sie können ihre platten Parolen hier noch zum x-ten-Mal wiederholen, sie werden dadurch nicht besser. Ihr Hinweis mit den Krediten für die Autokäufer zeigt, dass Sie gar nicht auf der Höhe des Problems sind und gar nicht verstehen, um was es geht, nämlich um die Handelbilanzüberschüsse, die durch Kredite erkauft sind. Wenn hier jemand träumt, dann offensichtlich Sie.

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