Forsa-Chef
Kampf gegen Heerscharen von Bürokraten

Dem Chef des Marktforschungsinstituts Forsa sind die deutschen Bürokratieauswüchse seit Jahren ein Graus. Manfred Güllner ärgert es, dass er die Hälfte seiner Zeit für Papierkram statt Forschung aufwenden muss.
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BerlinForsa ist 1984 als Reaktion auf die Verbohrtheit der städtischen Bürokratie in Köln gegründet worden. Dort hatten wir angewandte Stadt- und Regionalforschung unter dem Dach des öffentlichen Dienstes installiert. Wir sammelten Informationen über die Bedürfnisse der Bürger in der Domstadt. Doch die Stadtplaner fühlten sich durch unsere Ergebnisse gestört. Sie wollten lieber dort Wohnungen bauen, wo niemand hinziehen wollte.

Darum entschieden wir uns für den Schritt in die Selbstständigkeit. Diesen Schritt habe ich trotz aller ökonomischen Schwierigkeiten eines neugegründeten Unternehmens nicht bereut. Doch nach einem Vierteljahrhundert unternehmerischer Tätigkeit wächst der Ärger über die immer übermächtiger werdende Krake Bürokratie.

Ich kann von Jahr zu Jahr weniger Zeit meiner Passion, der empirischen Forschung, widmen, sondern muss mich mit zum Teil unsinnigen Forderungen von Bürokraten herumschlagen. Da ist zum Beispiel die Datenschutzbürokratie. Der Schutz der Angaben, die uns fast 500.000 Interviewpartner pro Jahr machen, gehört zu unserem ehernen Ethos.

Lange waren die Kontakte mit den Datenschützern auch völlig unproblematisch. Doch seit die Datenschutzbürokratie - wie in Berlin - ohne jede Rechts- oder Fachaufsicht wüten kann, gibt es mit ihr Probleme. Es geht es nicht mehr um die Belange unserer Befragten, sondern um Dinge wie das „Verhältnis von § 28 Abs. 1 Nr. 1“ BDSG zu „§ 32 Abs. 1 Satz 1“, der eine „Sonderregelung für Beschäftigungsverhältnisse“ darstellt.

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Nur zur Hälfte als Forscher tätig

Kommentare zu " Forsa-Chef: Kampf gegen Heerscharen von Bürokraten"

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  • Grundsätzlich, Bürokraten sind mehrheitlich unnütz. Und da die das wissen suchen die immer und immer wieder nach Möglichkeiten ihr Daseinsberechtigung nachzuweisen.

  • Sehr geehrter Herr Güllner,
    den Umfragen von FORSA kann man keinen Glauben schenken. Die wirken immer mehr nach Umfrage-Ergebnis nach politischem Wunsch. Geben Sie doch mal mehr Details bei jeder veröffentlichten Umfrage an, wo (örtlich), in welchem Personenkreis und auch wieviele keine Angaben gemacht haben in Prozent ! Warum sollte man Ihnen einfach blind glauben ??

    Das ständige Fiebermessen am Hintersten von Deutschland gleicht schon einer Generalüberwachung - und dann auch noch mit unglaubwürdigen Ergebnissen. Angela Merkel = beliebteste Politikerin, früher Gerhard Schröder beliebtester Politiker, Joachim Gauck beliebtester Politiker, Deutsche wollen dass Griechenland den EURO behält - wer glaubt das schon ? usw. usw.

  • Hallo,
    da hilft eigentlich nur diese Arbeitsleistung in Rechnung stellen.
    Bedauerlicherweise wird das nie realisiert werden, da die Justiz ihren eigenen Vorteil als Behörde, nur über die Politik nicht aber über die Wirtschaft absichern kann.

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