Forsa-Chef warnt
„Linksruck schadet SPD und Beck“

Die Annäherung der Sozialdemokraten an die Linke schadet laut Meinungsforschern der SPD und ihrem Vorsitzenden Kurt Beck. „Anhand der Wahlergebnisse lässt sich belegen, dass diese Strategie nicht aufgeht“, sagte Manfred Güllner, Chef des Forsa-Instituts, in einem Interview. Auch in Umfragen waren die Sozialdemokraten zuletzt abgestürzt.

HB BERLIN. „Je stärker die SPD nach links rückt, desto stärker verliert sie in der Mitte“, sagte Güllner dem „Münchner Merkur“. Die enttäuschten SPD-Sympathisanten wanderten vor allem ins Lager der Nichtwähler ab, womit der Anteil der anderen Parteien steige. Nach der Annäherung an die Linkspartei in Hessen sieht Güllner das Vertrauen in die SPD stark beschädigt. Kein Wähler werde in Zukunft der Zusage trauen, dass die SPD im Bund nach der Wahl 2009 keinesfalls eine rot-rote Koalition eingehe.

Nach einer Forsa-Umfrage für den Nachrichtensender n-tv halten nur noch 24 Prozent der Deutschen Beck für den besseren SPD- Kanzlerkandidaten. Das seien nochmals drei Prozentpunkte weniger als im Vormonat. 51 Prozent meinen demnach, dass Außenminister Frank- Walter Steinmeier der bessere SPD-Kanzlerkandidat wäre.

Nach der massiven Kritik an Beck hält Güllner eine Kanzlerkandidatur des SPD-Chefs für unwahrscheinlich. „Nüchtern betrachtet erscheint eine Kanzlerkandidatur für Beck jedoch völlig aussichtslos“, sagte Güllner. „Er selbst hält sich für einen großen Strategen. Seine Fähigkeit zur Einsicht ist wohl nicht besonders groß.“ Die Entscheidung der Hessen-SPD, mit Hilfe von Stimmen der Linken zu regieren, habe „das Vertrauen in die SPD stark beschädigt“.

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