Forsa-Umfrage
AfD steigt bundesweit auf sieben Prozent

Wäre am Sonntag Bundestagswahl, überspränge die AfD die Fünf-Prozent-Hürde locker. Mit ihrer abwehrenden Haltung gegen Flüchtlinge punktet die Partei. Ein Unionspolitiker erweist sich dabei als Wahlkampfhelfer.

HamburgDie rechtspopulistische Partei AfD legt in Umfragen deutlich zu. Im aktuellen Wahltrend des Umfrageinstituts Forsa für das Magazin „Stern“ und RTL kommt die Partei mit ihrer abwehrenden Haltung gegen Flüchtlinge auf sieben Prozent, zwei Prozentpunkte mehr als in der Vorwoche.

Die Unionsparteien CDU/CSU verlieren einen Punkt auf 39 Prozent – rund 2,5 Prozent weniger als bei der Bundestagswahl vor zwei Jahren. Auch die Grünen und die Linke sacken in der Umfrage um einen Punkt auf jeweils neun Prozent ab. Die SPD gewinnt einen Punkt hinzu auf jetzt 25 Prozent, während die FDP weiterhin bei fünf Prozent verharrt. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen 6 Prozent.

Maßgeblich gestiegen ist auch der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen: Mit rund 33 Prozent ist er deutlich größer als bei der Bundestagswahl 2013, als sich noch 28,5 Prozent der Wahlberechtigten enthielten.

Den größten Zuspruch erhält die AfD in Ostdeutschland. Hier käme sie auf 12 Prozent, während die CDU in den neuen Bundesländern mit 3,5 Prozentpunkten mehr als doppelt so viel verliert wie in den alten Bundesländern (minus 1,6 Prozent).

Noch größer ist der Verlust der CSU, die gleich 5,3 Prozentpunkte verloren hat. Die Erklärung von Forsa-Chef Manfred Güllner: „Die Attacken des Ministerpräsidenten Horst Seehofer gegen die Kanzlerin treiben Wähler am rechten Rand der CSU in hohem Maße der AfD zu.“

Zuletzt sagte Seehofer mit Blick auf die Flüchtlingssituation in Bayern – entgegen Beteuerungen Merkels: „Mehr geht nicht mehr.“

Doch nicht nur sich selbst, auch der Vorsitzenden seiner Schwesterpartei schadet Seehofer offenbar mit seiner rebellischen Haltung: Bei der Kanzlerpräferenz – wenn also die Spitze des Kanzleramts direkt gewählt werden könnte – verliert Angela Merkel im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte auf nun 47 Prozent.

Ihren schwächsten Wert in diesem Jahr verdankt sie vor allem dem fehlenden Rückhalt bei den Anhängern der CSU: Nur noch 63 Prozent der Christsozialen würden sich für Merkel als Kanzlerin entscheiden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Kevin Knitterscheidt
Kevin Knitterscheidt
Handelsblatt / Volontär
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%